Freitag

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Heute haben
Léopold Sédar Senghor * 1906
Gert Loschütz * 1946
Durs Grünbein * 1962
Yael Hedaya * 1964
Geburtstag
und John Lennon, der heute 75 Jahre alt geworden wäre.

Herzlichen Glückwunsch


https://www.youtube.com/watch?v=4vSWHkxZgOI

Wir hatten eine volle Woche und sie ist noch nicht zu Ende.
Am Dienstag stellten wir drei Romane vor und Tini Prüfert vom Theater Ulm las einen Nachruf auf Hildegard Knef von Christoph Schlingensief, Ausschnitte aus deren Buch „Der geschenkter Gaul“ und sang ein Knef-Lied a capella, da das Playback versagte.
Am Abend darauf kam ein sehr kränkelnder Helge Timmerberg ins Ulmer ROXY und las aus Agatha Christies „Tod am Nil“ und aus eigenen Sachen. Mit dabei hatte er kleine Fläschchen mit einem Flaschengeist darin und einem kleinen Text auf dem Beipackzettel. Zu erwerben über seine Homepage.

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Und wer den gestrigen Abend bei uns in der Buchhandlung versäumt hat, der/die haben wirklich etwas verpasst.
Kai Weyand las aus seinem Buch „Applaus für Bronikowski“ und es war ein Abend, den wir alle wohl nicht mehr so schnell vergessen werden. Sein Buch ist ja schon gut, aber seine Art, wie er Passagen vorgelesen hat, war so erhellend, dass ich merke, wie schnell ich seinen Roman gelesen und Details überlesen hatte.
Die anschließende Diskussion ging von: Sollte es Teig- oder Backwaren heissen, bis hin zum Eigenleben seiner Romanfiguren.Alles sehr klug, sehr fein und immer ein wenig verschmitzt witzig.
Vielen Dank für diesen Abend, Kai Weyand.

Weyand

Nächste Woche geht es gleich mit Montag und Dienstag in der vh Ulm weiter.
Zwei hochkarätige Autoren, die sehr kritisch unseren heutigen Lebenswandel unter die Lupe nehmen.

Buen Vivir – oder: Gut leben statt viel haben

Gedanken, Ideen und Perspektiven zu einem anderen Leben
Impulsvorträge, Gespräche und eine erste Welt-Werkstatt

Gemeinschaftsveranstaltung von Ulmer Volkshochschule, der Kulturbuchhandlung Jastram, Ulmer Netz für eine andere Welt, lokale agenda ulm 21, Attac Ulm, Verein Ulmer Weltladen, Lateinamerika-Komitee Ulm, BUND-Kreisverband Ulm, Ulmer Initiativkreis nachhaltige Wirtschafts-entwicklung – unw, Bündnis für eine gentechnikfreie Region (um) Ulm, Eine-Welt-Regionalpromotorin und vielen anderen Gruppen, Organisationen und Initiativen in der Region Ulm/Neu-Ulm.

Höher, schneller, weiter – und von allem mehr! Das Wachstumskonzept scheint ungebrochen, ja alternativlos zu sein. Und doch diskutieren immer mehr Menschen auch über Auswege aus dem Wachstumszwang. Der Klimawandel, die Finanz- und Armutskrisen, der Raubbau an der Natur und viele andere Folgen der herrschenden Weltordnung verstärken den Druck auf die Suche nach Alternativen zum gegebenen Produktions- und Konsummodell. In all den Debatten um zukunftsfähige Entwicklun-gen blitzen die Ideale einer solidarischeren Welt auf und der Wunsch nach Glück, Harmonie und einem »anderen« guten Leben. Es scheint uns höchste Zeit, die Debatte über »Buen Vivir« und die Rechte der Natur auch in unserer Region systematisch zu eröffnen. Beginnen wollen wir in diesem Herbst mit einer kleinen (aber feinen) Vortragsreihe und einer ersten Ideen- und Impulswerkstatt.

Wohlstand ohne Wachstum
Zum Ende eines falschen Konzepts
Prof. Dr. Harald Welzer, Stiftung Futurzwei
Montag, 12. Oktober, 20 Uhr

Eintritt EUR 5,00
EinsteinHaus am Kornhausplatz

Was ist bloß aus unserer Zukunft geworden? Es ist höchste Zeit, dass sich jede(r) überlegt, wie wir eigentlich leben wollen — damit die Zukunft wieder ein Versprechen und keine Bedrohung ist. Kurzum: Eine Zukunft jenseits der Abgründe der vom Konsumvirus und von politischer Lähmung befallenen Gesellschaft. Aber geht das überhaupt? Ist die Welt denn nicht »alternativlos«? »Ich wehre mich gegen die Entpolitisierung und Schau-Naivität, mit der man heute sagt: Man kann ja nichts machen! Natürlich kann man was machen.« (Harald Welzer)

Aus kontrolliertem Raubbau
Wie Politik und Wirtschaft das Klima anheizen, Natur vernichten und Armut produzieren
Kathrin Hartmann
In Zusammenarbeit mit der Kulturbuchhandlung Jastram
Dienstag, 13. Oktober, 20 Uhr
Eintritt EUR 5,00
EinsteinHaus am Kornhausplatz

Angesichts der Klimakatastrophe ruhen alle Hoffnungen auf der Green Economy, die das Wirtschaften nachhaltig und sozial machen soll. Elektro-Autos statt CO2-Schleudern, Biosprit statt Benzin, Aquakultur statt Überfischung. Subventioniert von der Politik, unterstützt von Umweltorganisationen, ausgezeichnet mit Nachhaltigkeitspreisen. Wirtschaftswachstum und über-bordender Konsum, so die frohe Botschaft der sogenannten dritten industriellen Revolution, sind gut für die Welt, solange sie innovativ und intelligent gemacht sind. Die technik-begeisterte Mittelschicht hört das gern. Doch auch der Roh-stoffhunger des grünen Kapitalismus ist riesig, wie Kathrin Hartmann in aufrüttelnden Reportagen zeigt.

Das Alternative Handelsmandat
Herbert Löhr
Donnerstag, 12. November, 20 Uhr
Eintritt EUR 5,00
EinsteinHaus am Kornhausplatz

Ein Bündnis aus 50 Organisationen innerhalb und außerhalb Europas hat in einem vierjährigen offenen Prozess Grundlagen und Handlungsvorschläge für eine alternative Handelspolitik entwickelt, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert. Menschenrechte, menschenwürdige Arbeit, soziale und ökologische Ziele sind nicht verhandelbar; Demokratie, Selbstbestimmungsrecht von Gemeinschaften und flache Hierarchien werden als Grundlage einer selbstbestimmten Gesellschaft festgeschrie-ben. Wir wollen uns einige Elemente dieser neuen Vision einer demokratisch kon-trollierten Handels- und Investitionspolitik etwas näher ansehen.

Der plurinationale Staat in Bolivien
Dr. Isabella Radhuber
Freitag, 20. November, 20 Uhr
Eintritt EUR 5,00
EinsteinHaus am Kornhausplatz

Seit Jahren zieht Lateinamerika internationale Aufmerksamkeit auf sich, und zwar nicht zuletzt als »Zukunftswerkstatt« bei der Suche nach alternativen Lebens- und Organi-sationsformen. Wenn Lateinamerika also ein anti‑neoliberales Laboratorium unserer Zeit ist, dann wird am bolivianischen Arbeitsplatz besonders intensiv experimentiert, hat doch Evo Morales seine Präsidentschaft der Schaffung eines »plurinationalen« Staates verschrieben.

Das Projekt wird von der Idee getragen, den indigenen Teil der Bevölkerung, der mehr als die Hälfte der Bewohner ausmacht, an Staat, Wirtschaft und Gesellschaft gleichberechtigt zu beteiligen. Welche (Zwischen-)Ergebnisse hat das Projekt vorzuweisen? Gelingt tatsächlich ein erster Sprung aus traditionellen kolonialistischen Strukturen? Wo liegen die aktuellen Spannungsfelder? Und wo die Perspektiven?

»… es kommt drauf an, sie zu verändern.«
Zukunftswerkstatt für eine andere Welt
Samstag, 21. November, 10 bis 16 Uhr
Eintritt frei
Anmeldung bei der vh erbeten
EinsteinHaus am Kornhausplatz

Mit Impulsbeiträgen und in verschiedenen Arbeitsgruppen wollen wir Ideen und Impulse sammeln und in ersten Schritten an die Umsetzung gehen. Dabei geht es sowohl um das persönliche Konsumieren als auch um die (Wieder-)Belebung von politischem Handeln. Im Sinne von Harald Welzers Motto: »Es ist höchste Zeit, dass sich jeder überlegt, wie wir eigentlich leben wollen — damit die Zukunft wieder ein Versprechen und keine Bedrohung ist.«

Donnerstag

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Heute haben
Ann Radcliffe * 1764
Johanna Schopenhauer * 1766
Jan Neruda * 1834
Barbara Cartland * 1901
Gerhart Pohl * 1902
Oliver Sacks * 1933
Arno Reinfrank * 1934
June Jordan * 1936
Hermann Burger * 1962
Geburtstag

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Jetzt wollte ich Ihnen vorspielenlassen, wie Marcel Reich-Ranicki den Autorennamen Hermann Burger ausspricht, der ja heute Geburtstag hat, und bin auf eine Aufzeichnung einer alten Sendung des Literarischen Quartetts gestoßen. Gegen diese vier Kritiker ist Dantes Purgatorio ja ein Kindergarten. Allein schon die Klamotten, die Frisuren und Karaseks Socken. Herrjeh, und die Art und Weise, wie sich der Großmeister gibt. Seine Tiraden gegen Thomas Bernhard. Unglaublich. Vielleicht haben Sie ja Lust auf einen kleinen Blick. Es ist ein Gruselkabinett.


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Unser Tagestipp:

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Es gibt diese Reihe schon seit 2005, ich halte sie jedoch zum ersten Mal in den Händen und bin komplett begeistert.Wie schön die gemacht sind und, aufgepasst, die Hefte werden auf dem Umschlag nicht numerisch durchgezählt, sondern von a bis z. Dazu wird jeweils der fortlaufende Buchstabe farblich abgesetzt. Die Buchstaben sind übrigens auch noch etwas erhaben und sie können Sie mit den Fingern fühlen.

Münchner Reden zur Poesie
Stiftung Lyrik Kabinett München € 12,00
Die Hefte erscheinen ca. zweimal im Jahr
Buchgestaltung und Typographie: Friedrich Pfäfflin, Marbach
Druck: Gulde-Druck in Tübingen

Ulrike Draesner: „Die fünfte Dimension“
Heft Nr. 14, bzw. N
Gehalten am 14.März 2015

Die Lyrikerin, Schriftstellerin und Essayistin Ulrike Draesner nimmt uns mit auf eine Reise in den Entstehungsprozess eines Gedichtes. Sie spürt der Poesie nach, geht unorthodoxe Wege, springt, überspringt, sucht und findet. Sie wühlt bei den Philosophen, in der Literaturgeschichte und Hermeneutik und fragt sich dann doch nicht, wie entsteht ein Gedicht, sondern wie kommt, in der Sprache, etwas Neues in die Welt.

Nashorn spricht: bin schwer, roh nicht
stampf über Sterne hin, Panzertier
doch träum ich vorn im Horn von dir
fließt du daraus als Sonnenlicht

Manchmal geht mit dem letzten Vers ein geflüstertes „schön“ durchs Publikum. Etwas ist getroffen-erzeugt:ein Bild im Kopf, Klangwiederholungen, Melodie. Das Nashorngedicht öffnet Ohren.
Doch es ist kein Gedicht. Es ist ein Einfall, ein Einfall mit Reim.

Ulrike Draesner fragt sich, wie Stimme, Laute und Bedeutung zueinander stehen. Sie kommt auf den Begriff der Empathie, die nur beim Menschen vorhanden ist. Menschenaffen können zwar unsere Sprache verstehen, jedoch nicht nachahmen. Sie geht auf die Sprachentwicklung bei Kleinkindern ein und auf Klicklaute, die auch durch eine kleine Graphik erläutert wird. Aber was hat das alles mit Poesie zu tun?

Das gemacht Nichtgemachte. Das Machen/Nichtmachen des Bergs. Und er Höhle. Des Ganges in Sprache. In Sprache hinein, mit dem Körper. Aus dem Körper gemacht, ins Machen des Körpers hinein. Ich möchte mich mit Ihnen Hinsprechen zu-Poesie. Uns der Poesie zu/sprechen.

Die fünfte Dimension ist für sie die Sprache und dazu gehört, in ihrer konzentrierter Form, die Poesie. Ulrike Draesner gibt uns Definitionen to go mit, damit wir erkennen, wohin ihre Reise geht. Zu unbekannten Orten, für die wir keine Sprache haben. Es sind Reisen im Kopf. Und dieses Umsetzen in Laute verschiedenster Art, ist das Besondere. wir können uns durch Texte, Sprache in andere Menschen hineinversetzen, denken und handeln wie sie. Das ist der Trick bei Literatur. Deshalb können wir in Romane versinken und darin aufgehen. Wir entdecken dadurch immer neue Horizonte, gehen unbekannte Wege und erkennen die Schönheit guter Gedichte. Denn wenn uns Texte nicht berühren, dann sind sie auch nicht gut.

Website von Ulrike Draesner
www.der-siebte-sprung.de

Zum Thema Klicklaute verweist Ulrike Draesner auf folgendes Tondokument, das Sie hier anhören können.

Weitere Hefte der „Münchner Reden zur Poesie“, die wir im Laden haben.

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M: Michael Krüger: Eine Verteidigung des Dichterischen
H: Uljana Wolf: Box Office
K: Jan Wagner: Der verschlossene Raum

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Noch ein Tipp: Der Blog „Lautmalerei„. Diesmal zum Thema:
„Auf Wiedersehen an der Milchbar, Kleines!“

Dienstag

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Heute haben Geburtstag:
Anna Achmatowa * 1889
Wolfgang Koeppen * 1906
Urs Jaeggi * 1931
Paul Kersten * 1943
Pascal Mercier + 1944
Rafik Schmai * 1946
Tessa Korber * 1966

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„Das Craft-Bier Buch“
Die neue Braukultur
Bier als neuer Ausdruck von Echtheit und Lebensgefühl.
Herausgegeben von Sylvia Kopp, Robert Klanten, Sven Ehmann
Gestalten Verlag € 35,00

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Was ist das nun? Ein Bildband, ein Sachbuch, ein Reiseführer? Wahrscheinlich alles von den drei Dingen. Und: Es macht süchtig! Süchtig und gierig nach gutem Bier. Sylvia Kopp ist u.a. Journalistin und leitet die Berlin Beer Academy in Berlin Mitte.
Voller Leidenschaft und Engagement schreibt sie im Eingansteil über die Entstehung der Craft-Bier-Bewegung in Deutschland und weltweit. Craft übersetzt sie mit künstlerisch, handwerklich und diese Welle schappte von den USA zu uns herüber. Dort änderte der damalige Präsident Jimmy Carter das Gesetz, dass auch home brewing erlaubt wurde. Vorher gab es in den ganzen USA nicht mal zwanzig Brauereien. Nun ging es ganz klein los und mittlerweile haben die innovativen Brauereien die deutschen längst überholt. Sie studierten in Deutschland, besorgten sich deutsches Material, was man für’s Brauen braucht und scheuen sich nicht vor neuen und wiederentdeckten Geschmacksrichtungen.Allein schon diese Texte lassen einen aufhorchen und wir denken an all die Plörre, die gleich schmeckt, gleich aussieht und an jeder Tanke zu haben ist. 70% der deutschen Biere gehören Dr.Oetker. Herrlich!
Im nächsten Teil folgt eine Bildergalerie der verschiedenen Biere mit Schautafeln, auf denen Herkunft, Charakter, Alkoholgehalt, Trinktemperatur, Glaswahl und Referenzbiere aufgelistet werden.
Natürlich folgt (im Reiseteil) eine kunterbunte Auswahl an verschiedensten Brauerein rund um die Welt. Ca. 70 Stück sind es und wir erfahren einiges über die Entstehung, die Idee und die Philosophie, die hinter der jeweiligen Brauerei steht. Nun heisst es Stift und Papier bereitzulegen, damit wir bei eventuellen Urlauben auch noch wissen, wo wir anklopfen können.
Im Rezepteteil gibt es ungewöhnliche und unkonventionelle Mischungen nicht von Bier- sondern von Kochrezepten, zu denen ein bestimmtes Bier wunderbar passt.
Dass es auch eine kleine Anleitung zum Bier selberbrauen gibt, ergänzt diesen Prachtband.

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Und wo bekomme ich solche Biere? Einfach mal umschauen. In immer mehr Kneipen und Läden tauchen zum Beispiel die höherprozentigen IPA-Biere auf. Achtung: Alnatura führt ein paar solcher kleinen IPA-Bierflaschen und u.a. das sehr süffige Störtebecker aus Stralsund. Gestern fand ich im Laden von Gold Ochsen, in der Innenstadt von Ulm, dunkles IPA in der Sektflasche für € 16,00. Edel, edel! Was gibt es Schöneres, als in einer Landkneipe (in Sonderbuch bei Blaubeuren) zu erfahren, dass er nur selbstgebrautes Bier hat und er heute noch nicht weiss, was er nächstes Mal für eine Spezialmischung braut, neben seinen Standartsorten, wie dem herrlichen Pumator.

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Viel Vergnügen, beim Suchen, Finden und Trinken. Der Sommer steht bevor.

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Literaturwoche Ulm
Ein kleiner Nachklapp zur Buchvorstellung in der Stadtbibliothek Ulm.
Michael Watzka und Bernd Breitenbruch stellten Leben und Werk von Johann Martin Miller, anhand der sämtlichen Gedichte, die als Buch von Michael Watzke herausgegeben worden sind, vor.

Samstag

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Heute hat
Kurt Schwitters * 1887
Geburtstag

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Kurt Schwitters
An Anna Blume

Oh Du, Geliebte meiner 27 Sinne, ich liebe Dir!
Du, Deiner; Dich Dir, ich Dir, Du mir, – – – – wir?
Das gehört beiläufig nicht hierher!

Wer bist Du , ungezähltes Frauenzimmer, Du bist, bist Du?
Die Leute sagen, Du wärest.
Laß sie sagen, sie wissen nicht, wie der Kirchturm steht.

Du trägst den Hut auf Deinen Füßen und wanderst auf die
Hände,
auf den Händen wanderst Du.

Halloh, Deine roten Kleider, in weiße Falten zersägst,
Rot liebe ich, Anna Blume, rot liebe ich Dir.
Du, Deiner, Dich Dir, ich Dir, Du mir, – – – – – wir?
Das gehört beiläufig in die kalte Glut!
Anna Blume, rote Anna Blume, wie sagen die Leute?

Preisfrage:
1.) Anna Blume hat ein Vogel,
2.) Anna Blume ist rot.
3.) Welche Farbe hat der Vogel.

Blau ist die Farbe Deines gelben Haares,
Rot ist die Farbe Deines grünen Vogels.
Du schlichtes Mädchen im Alltagskleid,
Du liebes grünes Tier, ich liebe Dir!
Du Deiner Dich Dir, ich Dir, Du mir, – – – – wir!
Das gehört beiläufig in die – – – Glutenkiste.

Anna Blume, Anna, A – – – – N – – – -N- – – – -A!
Ich träufle Deinen Namen.
Dein Name tropft wie weiches Rindertalg.

Weißt Du es Anna, weißt Du es schon,
Man kann Dich auch von hinten lesen.
Und Du, Du Herrlichste von allen,
Du bist von hinten und von vorne:
A – – – – – – N – – – – – N – – – – – -A.
Rindertalg träufelt STREICHELN über meinen Rücken.
Anna Blume,
Du tropfes Tier,
Ich – – – – – – – liebe – – – – – – – Dir!
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Unsere Kinderbuchexpertin Anja Reiprich empfiehlt:

Nacht

Matthias Morgenroth: „Freunde der Nacht“
Mit Illustrationen von Regina Kehn
dtv, fest gebundenen € 14,95
Kinderbuch ab 10 Jahren

Die Geschichte spielt in der Johanninacht. Jojo und Lea sind beste Freunde, was
Jojo allerdings noch nicht weiss, ist, dass Lea am nächsten Tag umzuiehen muss.
Deswegen möchte Lea die Geister und Nächtlinge der Johanninacht bitten, ihr
den grössten Wunsch zu erfüllen, nicht wegziehen zu müssen. Die beiden essen
Johannikraut und tatsächlich sehen sie Nächtlinge und Vampiller.
Damit Lea den Wunsch äußern kann, müssen sie durch den Wald und den König der
Nächtlinge finden. Doch dieser versteht den Wunsch falsch und die beiden müssen sich einen Plan ausdenken, damit sie vor Sonnenaufgang wieder aus dem Wald draussen sind.
Grosses Leseabenteuer für Jungs und Mädchen ab 10, hat mir sehr gut gefallen!
Schön gestaltet, je weiter es in die Nacht reingeht, desto dunkler werden die Seiten
im Buch.
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Literaturwoche Ulm

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Gestern abend stellte Michael Watzka in der Stadtbibliothek Ulm sein herausgegebenes Buch mit sämtlichen Gedichten des Ulmer Barocklyrikers Johann Martin Miller vor. Ihm stand der ehemalige Leiter der wissenschaftlichen Abteilung der Bibibliothek, Bernd Breitenbruch, zur Seite, der seinerseits eine Biografie über den Autoren verfasst hat.
Es ging somit nicht über Millers Lyrik, sondern auch um seine vielfachen Vertonungen. Zum Beispiel wurde sein Gedicht „Zufriedenheit“ u.a. von Mozart und Beethoven in Noten gesetzt. Diese Lieder bekamen wir dann auch live mit einem Sänger des Ulmer Theaters zu hören. Dass Millers Roman „Siegwart“ fast Goethes „Werther“ den Rang abgelaufen hat, dass es mehrere Auflagen und unzählige Raubdrucke davon gab, ist heute genauso vergessen, wie dass er sich als Münsterpfarrer sehr unwohl fühlte und Ulm als ein kulturelles Gefängnis empfunden hat. Dank der Literaturwoche und dieser Veranstaltung, kam dies wieder ans Tageslicht und ein Stück Kultur mehr in die Stadt.

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Dienstag

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Heute in der Literaturwoche:
„Small Parts Isolated And Enjoyed“
Ein Abend mit Verleger Markus Hablizel

Ortsveränderung wegen unbeständigem Wetter: Café Schneiderei um 19:30 Uhr

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Heute haben Geburtstag:
Anna Wimschneider * 1919
Erich Segal * 1933
Joyce Carol Oates * 1938
Alexandra Marinina * 1957
Robert Schneider * 1961

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Der Jaja Verlag zu Gast in der Literaturwoche Ulm 2015.
Letzte Woche habe ich das kleine Koch- und Backbüchle „Tea-Time“ vorgestellt.
Morgen, Mittwoch, den 17.Juni ist die Verlegerin Annette Köhn ab 19:30 in der Stiege und redet über ihren Verlag, über ihre Machwerke und über „Tobisch“.
Eintritt: frei

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Joachim Brandenberg: „Tobisch“
Jaja Verlag € 23,00
Comicbuch, Hardcover-Fadenheftung

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Der Jaja Verlag schreibt über diesen herrlichen Comic, die großartige Graphic Novel und das wunderbar schön gemachte Buch:

Hier nun das Rezept für ein meisterliches Comicmachwerk:
Man nehme:
Eine alte Kurzgeschichte des virtuosen O. Henry, einen talentierten und gewieften Comic-Autor mit seinen modernen Werkzeugen der Bildbearbeitung, sowie viel Raffinesse und Sorgfalt.

Und man bekommt:
Eine Literaturadaption in Form einer ästhetisch geradezu überrealistischen Graphic Novel. Und schließlich lässt man das alles in bester Jaja Verlags-Manier ganz wunderbar drucken & elegant binden, mit sogar echtem Leinen am Rückensteg und Lesebändchen!

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Die Geschichte handelt vom deutschen Einwanderer Tobisch, der auf der Suche nach seiner verschollenen Verlobten die ganze Stadt mit handgezeichneten und ausführlichen Steckbriefen tapeziert. Über die wird Johann, ein weiterer Einwanderer aus Deutschland auf Tobisch aufmerksam und nimmt sich seiner an. Er versucht ihm zu helfen, aber auch von seinen Sorgen abzulenken, was bei dem durchweg manisch wirkenden Tobisch nicht recht gelingen will. Die beiden geraten in einen Strudel der Ereignisse, von einem Besuch auf Coney Island, über die Prophezeiung einer Wahrsagerin, neuer Bekanntschaften mitsamt Verständigungsproblemen und konträren Beweggründen, bis schließlich Tobisch seine Geschichte selbst zu Ende dichtet.

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Der Soundtrack zum Film:

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Ein Nachklapp auf die Lesung mit Bernd Rauschenbach am vergangenen Freitag bei uns in der Buchhandlung