Donnerstag, 6.Juni


Heute haben
Pierre Corneille * 1606
Alexander Puschkin * 1799
Thomas Mann * 1875
Barbara Pym * 1913
Joyce Carol Oates * 1938
Bernd Schroeder * 1944
Erik Fosens Hansen * 1965
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Wegweisend

Unsere Wege sind wie Arme
Die hinausreichen
In Liebe aus dem
EINEN

Um ins Unendliche zu greifen
Um zu wachsen, zu weinen und zu lachen
Um staunend zu erforschen
Und denkend zu begreifen

Bis wir uns endlich
In Erwachendem Sehnen
In Liebe wieder und Ursprung
VEREINEN…
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Unser Buchtipp:


Volker Mehnert (Text) und Paulina Eichhorn (Illustration):
Der Traum vom Gold

Sportlegenden zwischen Hoffnung, Sieg und Niederlage
Gerstenberg Verlag € 24,00
Graphic Novel ab 10 Jahren

Gemeinsam haben der (Sport)Journalist, Autor und Reiseschriftsteller Volker Mehnert, der u.a. schon Bücher über Magellan und Alexander von Humboldt im Gerstenberg Verlag veröffentlicht hat, und die junge Illustratorin Paulina Eichhorn eine besondere Sportgeschichte herausgebracht. An Hand von einzelnen Persönlichkeiten werden verschiedensten Sportarten vorgestellt, sehr berühmte Wettkämpfe zitiert und kurz und knapp über faszinierende Siege und bittere Niederlagen geschrieben. Auch die Politik spielt eine große Rolle. So erfahren wir von Gretel Bergmann, die 1914 in Laupheim (in der Nähe von Ulm) geboren wurde. Auf Grund ihrer jüdischen Herkunft wurde sie nicht zu den Olympischen Spielen 1936 in Berlin zugelassen. Sie emigrierte in die USA, wurde 1942 amerikanische Staatsbürgerin und gewann noch viele Preise in Hochsprung-Wettkämpfen.
Im Prolog wird von den Olympischen Spielen 1900 in Paris erzählt, bei denen die beiden niederländischen Ruderer für ihr Boot einen leichteren Steuermann brauchten. Sie suchten in den Straßen von Paris und fanden einen 10-jährigen Jungen. Mit ihm gewannen sie die Goldmedaille. Damals war die Staatsangehörigkeit noch nicht so wichtig. Allerdings weiss bis heute niemand, den Namen des jüngsten Goldmedaillengewinner aller Zeiten.
Dies nur als zwei Beispiele. Es kommen natürlich Muhammes Ali, Raymond Poulidor (Der ewige Zweite), Ulrike Meyfarth, Ferenc Puskás, Eddie the Eagle, Dirk Nowitzki, das Pferd Halla und viele andere mehr vor.
Tödlich verlief es für Samia Yusuf Omar, die aus einer bitterarmen Familie in Mogadischu stammt. Sie trainiert für die 200 Meter, qualifiziert sich für die Olympia 2008 in Peking, wird zuhause angefeindet und versucht über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Auf dem Meer fällt sie ins Wasser und ertrinkt.


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https://www.tagesschau.de/wissen/rekordwerte-temperatur-klimawandel-100.html

Neue Daten zum Klimawandel
Erderwärmung liegt immer häufiger über 1,5 Grad

Die globalen Durchschnittstemperaturen erreichen jeden Monat neue Rekordwerte, auch die 1,5-Grad-Schwelle wird immer häufiger durchbrochen. Forscher zeigen sich schockiert – aber nicht überrascht.
Neue Berichte zum Klimawandel warnen vor einer schneller werdenden und immer stärkeren Erderwärmung. So meldet der EU-Klimawandeldienst Copernicus, der Mai sei der zwölfte Monat in Folge gewesen, in dem die globale Durchschnittstemperatur einen Rekordwert für den jeweiligen Monat erreichte. Andere Daten zeigen, dass auch das Tempo der Erwärmung immer mehr zunimmt.
Im Vergleich zur vorindustriellen Referenzperiode – dem Zeitraum von 1850 bis 1900 – war der Mai 2024 laut Copernicus 1,52 Grad wärmer. Die gemittelte globale Temperatur der vergangenen zwölf Monate – von Juni 2023 bis Mai 2024 – erreichte ebenfalls einen Höchstwert: Sie lag 1,63 Grad über dem vorindustriellen Niveau – also auch über der 1,5-Grad-Schwelle. …

Freitag, 16.Juni

Heute haben
Anna Wimschneider * 1919
Erich Segal * 1937
Joyce Carol Oates * 1938
Alexandra Marinina * 1957
Robert Schneider * 1961
Geburtstag
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Theodor Fontane
Guter Rat

An einem Sommermorgen
Da nimm den Wanderstab,
Es fallen deine Sorgen
Wie Nebel von dir ab.

Des Himmels heitere Bläue
Lacht dir ins Herz hinein,
Und schließt, wie Gottes Treue,
Mit seinem Dach dich ein.

Rings Blüten nur und Triebe
Und Halme von Segen schwer,
Dir ist, als zöge die Liebe
Des Weges nebenher.

So heimisch alles klinget
Als wie im Vaterhaus,
Und über die Lerchen schwinget
Die Seele sich hinaus.
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Ausstellung im HfG-Archiv am Hochsträß 8, 89081 Ulm

17. Juni 2023 — 7. Januar 2024
Eröffnung, Freitag 16. Juni um 19 Uhr

Kunststoff – Zauberstoff
Freiheit und Grenzen der Gestaltung


Wie kein anderer Werkstoff stehen Kunststoffe für die Demokratisierung in der Welt der Dinge. Sie eignen sich als Ersatz für traditionelle Materialien, sind billiges Ausgangsmaterial für massenhaft hergestellte Pfennigprodukte, unverzichtbar in der Medizintechnik oder Automobilindustrie. Sie können zu beliebigen Formen gegossen, gezogen, aufgeblasen werden und jede denkbare Farbe erhalten. Spätestens seit den 1970er Jahren traten sie im Konsumgüterbereich ihren Siegeszug an.

Die Entstehungsgeschichte der modernen Kunststoffe ist eng mit der Entwicklung der Wissenschaften im 19. Jahrhundert und der Industrialisierung in Europa verbunden. Die Chemie entfernte sich von den alchemistischen Überlegungen der Einheit von Mensch und Substanz und der Chance ihrer gemeinsamen Entwicklung, wie sie etwa in der Vorstellung vom Stein der Weisen zum Ausdruck kam. Die Natur wurde zum Materiallager, das beliebig ausgebeutet werden konnte.

An der Ulmer Hochschule für Gestaltung (1953-1968) waren die Werkstätten zentrale Orte des Experimentierens und der Umsetzung neuer Designentwürfe. In der Gips-, Holz- oder Metallwerkstatt entstanden erste Entwürfe und Modelle. Eine Kunststoffwerkstatt war zwar angedacht, wurde aber erst im Sommer 1959 eingerichtet. Von den Quadratmetern her der kleinste Raum, nutzten die Angehörigen der Abteilungen Produktgestaltung und Bauen sie besonders intensiv: Das neue Material eignete sich für den Modellbau und war zugleich eine Verheißung für die Gestaltung zukünftiger Industrieprodukte. Firmen wie Bayer und BASF sorgten mit großzügigen Materialspenden dafür, dass der Designer-Nachwuchs das Material kennen und schätzen lernte.

Die HfG Ulm war ein Projekt der Moderne. Mit Hilfe von Technik und Wissenschaft wollten ihre Mitglieder unsere alltägliche Umwelt nachhaltig und gut gestalten. Sie wollten mitwirken an der Einrichtung einer besseren Welt, in der alle Menschen in Freiheit, Sicherheit und ausreichend versorgt miteinander leben können. Von diesem Ideal sind wir heute mindestens so weit entfernt wie in den kargen Nachkriegsjahren: Auch in der Waffentechnik haben Kunststoffe ihren Einzug gehalten, und neben hochwertigen Gebrauchsgütern produzieren wir vor allem Verpackungsmüll.

Die Ausstellung wirft die Frage auf nach Chancen und Grenzen einer fast totalen gestalterischen Freiheit, wie sie uns die modernen Kunststoffe gegeben haben, und thematisiert dabei die Verantwortung von Gestaltern, Wissenschaftlern wie Verbrauchern angesichts dieser scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten.


Das passende Buch zur Ausstellung:


Christiane Wachsmann: „Kunststoff – Zauberstoff
avedition € 24,00

Ein Blick ins Buch

Montag

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Heute haben
Anna Wimschneider * 1919
Erich Segal * 1937
Joyce Carol Oates * 1938
Alexandra Marinina * 1957
Robert Schneider * 1961
Geburtstag
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Der Jastram-Sommerwettbewerb hat sein erstes Kunstwerk.

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Amélie Mathieu (6 Jahre alt), hat ihr Lieblingsessen gemalt (Spaghetti mit Hackfleischsoße, dazu Sprudel) und ohne zu Zögern ihr aktuelles Lieblingsbuch „Seeräuber-Moses“ dazu ausgewählt.Werner Färber
Vielen Dank, das ist wirklich super geworden.
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Werner Färber: Ungereimtheit der Woche

HÜFTGOLD

Ewig lockt die Schokolade.
Wenn ich doch mal ignoriere
im Vorbeigeh’n jene Lade,
in der sie liegt, ich jäh verliere
den Kampf mit meinem Schweinehund:
Ich ess‘ die ganze Tafel auf
und packe damit Pfund um Pfund
auf eh’mals schlanke Hüften drauf.

(Ungereimtheiten aus der Tierwelt CCLVII)

NUSSHÖRNCHEN & HEFESCHNECKE
Es liegen zum Verzehr bereit
Nusshörnchen und Hefeschnecke.
Auch liegen sie in tiefem Streit,
wer von beiden besser schmecke.

Im Lauf des Tags verhärten sich
a) die Teilchen und b) der Streit,
bis am Nachmittag steht endlich
jemand als Schiedsrichter bereit.

Er isst beide auf der Stelle,
gießt schnell zwei Kaffee hinterher,
meint dann, dass er auf alle Fälle
zunächst mal nicht mehr hungrig wär.
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Monti1

Michel de Montaigne: „Tagebuch der Reise nach Italien über die Schweiz und Deutschland von 1580 bis 1581
Übersetzt aus dem Französischen, mit einem Essay, Anmerkungen und Register von Hans Stilett
Andere Bibliothek Band 349
im Aufbau Verlag

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Kaum hatte Montaigne seine Essais fertig, für die er neun Jahre in seinem Turm saß, machte er sich auf eine 17monatige Reise durch Deutschland, Schweiz und Italien. An Ulm kurvt er knapp vorbei (wie immer in der Weltliteratur, wenn Ulm vorkommt), schreibt aber ausführlich über Augsburg. Dabei wird erste Teil der Reise (bis nach Italien) von einem Mitreisenden auf Französisch geschrieben, der Rest dann von ihm selbst auf Italienisch und Französisch.

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Montaigne ist ein genauer Betrachter, was die Sitten der einzelnen Städte und Landschaften betritt. Wir reisen mit ihm auf seinen Pferden und Kutschen mit, erfahren, ob die Betten der Herbergen gut waren, ob sie überhaupt Matratzen hatten und wieviele Flöhe. Durch seine vielen Einladungen bekommt er (und wir mit ihm) Einblick in die verschiedensten Paläste und Herrenhäuser. Obwohl es eine beschwerliche Reise gewesen sein muss, fließt dies nicht  in seinen Bericht ein. Montaigne richtet seinen Blick nach vorne und ist wahnsinnig gespannt, was ihn täglich erwartet. Es müssen einige Überraschungen dabeigewesen sein. Es geht über die Alpen und am Po entlang. Durch Venedig und Florenz und gleich zweimal nach Rom. (Sehr gut!) Was für ihn wohl das Wichtigste im italienschen Teil der Reise war, sind seine Besuche in diversen Heilbädern. Seine Nierensteine und Koliken machten ihm extrem zuschaffen. Und so wissen wir am Ende des Buches auch viel über diese kleine Steine, die er mit mehr oder weniger Schmerzen ausscheidet. Wir lernen mit ihm die Unterschiede dieser Steine kennen. Ihre Form, Konsistenz und Farbe. Ha! Herrlich diese Beschreibungen. Fast tut es mir als Mann beim Lesen weh. Herrlich auch die Mengen an Heilwasser, die er zu sich nimmt. 7 Pfund auf ex sind keine Seltenheit. Mein Gott, das sind 3,5 Liter. Goethe hat seinen Reisebericht sehr gelobt und teilweise über seine Essais gestellt. Wahrscheinlich hat sich der alte deutsche Großmeister in diesen Beschreibungen wiedergefunden.

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Montaigne Reise vor 430 Jahren (habe ich richtig gezählt?) entführen uns in eine ferne Zeit, die jedoch in der Übersetzung von Hans Stilett überhaupt nicht antiquiert zu lesen sind, sondern oft wie ein aktueller Bericht erscheinen. Das Buch ist herrlich in zwei Farben gedruckt, hat einen schönen, langen Anhang mit Kommentaren, vielen alten Stichen und einer Zeichnung der Reise.
Vielleicht ist es auch ein Buch, das Sie in Ihren Urlaub mitnehmen können, obwohl, oder gerade weil es so ein schön gemachtes Buch ist. Montaignes Beschreibungen der Koch- und Tischsitten in den diversen Gasthöfen, der Bordelle von Venedig, oder Teufelsaustreibungen schärfen unseren Blick für das Andere, dort wio wir gerade sind. Na, hoffentlich gibt es dort auch Anderes und nicht nur sat1 und Pro7.
Weiter so, liebe Andere Bibliothek, Eure schön gemachten Bücher mit Inhalten, die nicht im Mainstream mitschwimmen sind immer ein Blick wert.
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