Mittwoch, 5.Juni


Heute haben
Federico Garcia Lorca * 1898
Otto F. Walter * 1928
David Hare * 1947
Ermanno Cavazzoni * 1947
Ken Follett * 1949
Thomas Kling * 1957
Geburtstag
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Was für ein schöner Abend.
Vielen Dank alle, die da waren. Dank für die Mitbringsel.
Danke an Marion und Clemens.
Und toll, dass wir noch so lange zusammen beim Plaudern, Essen und Trinken waren.
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Juni
Gedichte
Hrsg.: Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell
Reclam Verlag € 7,00

Seit Jahren stellen wir Ihnen hier die Monatsgedichte aus dem Reclam Verlag vor.
Inhaltlich hat sich nichts geändert in den Heftchen. Und so wissen Sie ja auch, was Sie erwartet.
Jedoch sind die Preise in den letzten Jahren von € 5,00 auf € 7,00 gestiegen, was aber immer noch ein toller Preis für dieses breite Spektrum an Lyrik ist.

Klabund
Die Wirtschafterin

Drei Wochen hinter Pfingsten,
Da traf ich einen Mann,
Der nahm mich ohne den geringsten
Einwand als Wirtschafterin an.

Ich hab‘ ihm die Suppe versalzen
Und auch die Sommerzeit,
Er nannte mich süße Puppe
Und strich mir ums Unterkleid.

Ich hab‘ ihm silberne Löffel gestohlen
Und auch Bargeld nebenbei.
Ich heizte ihm statt mit Kohlen
Mit leeren Versprechungen ein.

Ich habe ihn angesch…
So kurz wie lang, so hoch wie breit.
Er hat mich hinausgeschmissen;
Es war eine wundervolle Zeit …
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Hier noch Gedichte von Winfried Bauer aus der Kategorie Sein, Zeit und Wunden:

Hoffnung

Verloren fühlte ich mich
Im endlosen Auf und Ab des Seins
In dieser grausamen Weite
In die mich meine Ahnen nichtsahnend warfen

In dieser Weite
Die alles eng macht
Die sich um meine Brust legt
Wie ein eiserner Reif

In dieser Weite
Die sich in ein finsteres Verlies verkehrt
Durch dessen blinde Bleiglasfenster
Kein Mond scheinen will

Verloren und verlassen
Wäre da nicht dieses Pochen in mir
Und jenes vielversprechende Leuchten
Das mich immer wieder aufrichtet

Ganz weit draußen

Müde
Hefte ich mein Auge an den Horizont über dem Meer

Aus meinem Rücken
Ragen Gesetzestexte
Wie stählerne Stützpfeiler
Während ich nach wilden Gerüchen giere
Und nach fremder Musik

Und ich frage mich
Trunken von Teer
Der aus den Planken
Tropft
Worauf warten wir bloß

Bis wir die Anker lichten endlich
Als wäre das Paradies irgendwo da draußen


Sonnenuntergang

Mein Schiff
Segelt über die Glut
Am Horizont
Nach innen
Der Alte spielt
Einen langsamen Walzer
Auf dem Schmerzpiano
Ich ahne schon
Die Nacht
Zieht mir das Fell über die Ohren
Dennoch halte ich
Still
Und warte auf ein Wunder
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https://www.tagesschau.de/kommentar/kommentar-gummistiefel-politik-100.html

Auftritte in Hochwassergebieten
Gummistiefel-Politik statt Klimaschutz

Ein Kommentar von Sabine Henkel, ARD Berlin

Wenn das Wasser steigt, sind sie schnell zur Stelle – die Politiker in Gummistiefeln. Diese Auftritte sind erbärmlich – denn sie wären nicht nötig, wenn mehr für den Klima- und Hochwasserschutz getan würde.
Jetzt wird also wieder Gummistiefel-Politik gemacht. Politikerinnen und Politiker laufen in Gummistiefeln durch die Hochwassergebiete. So war es allein in diesem Jahr in Niedersachsen, im Saarland und jetzt in Bayern und Baden-Württemberg. Es gilt: Anteilnahme zu zeigen und Hilfe zu versprechen. Das ist gut und wichtig, aber trotzdem ist das Gummistiefel-Schaulaufen auch ausgesprochen erbärmlich.
Es geht hier nämlich auch um eine politische Paradedisziplin, die nicht nötig wäre, würden Politiker alles daransetzen, Hochwasserkatastrophen zu verhindern.
Doch von wegen: Klimaschutz wird kleingeschrieben, Hochwasserschutz vernachlässigt. CDU und CSU wahlwerben sogar mitten in der Hochwasserkatastrophe für den Verbrennermotor, während Markus Söder durch die Fluten watet. Das kann man sich nicht ausdenken.
Bundeskanzler Olaf Scholz steht im Regenoutfit im Hochwasser, während ein Expertenrat aufzeigt, dass Deutschland seine Klimaziele verfehlen wird. Ein Armutszeugnis für den selbsternannten Klimakanzler. Und genau das zeigt das Erbärmliche: Sie kommen erst, wenn etwas passiert. Wenn den Leuten das Wasser bis zum Hals steht. In Gummistiefeln von einer Katastrophe zur nächsten. Und in der Zwischenzeit passiert zu wenig.
Sollen sie also wegbleiben, die politischen Wassertreter? Sie selber sind sehr sicher der Meinung: Nein. Sie wissen schließlich, dass Gummistiefeleinsätze darüber entscheiden können, ob man Bundeskanzler bleiben darf oder erst gar nicht wird. Nachfragen kann man bei Gerhard Schröder, dem „Role Model“ in dieser Disziplin. Oder bei Armin Laschet, der darüber sicher nicht mehr lachen kann.
Zum Lachen ist das alles sowieso nicht. Und klar: Die Betroffenen freuen sich auch über die Anteilnahme und die Rettungskräfte über Wertschätzung. Das ist natürlich wichtig. Nur nutzen sich diese Gummistiefelauftritte langsam ab. Sie verfehlen ihre Wirkung, wenn offensichtlich ist, dass ein konsequenter Klima- und damit Hochwasserschutz verschlampt wird.