Samstag, 1.April



Heute haben
Nikolai Gogol * 1809
A.Kollontai * 1872
Edgar Wallace * 1875
Carl Sternheim * 1878
Milan Kundera * 1929
Rolf Hochhuth * 1931
Geburtstag
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Eduard Mörike
Zitronenfalter im April

Grausame Frühlingssonne,
Du weckst mich vor der Zeit,
Dem nur in Maienwonne
Die zarte Kost gedeiht!
Ist nicht ein liebes Mädchen hier,
Das auf der Rosenlippe mir
Ein Tröpfchen Honig beut,
So muss ich jämmerlich vergehn
Und wird der Mai mich nimmer sehn
In meinem gelben Kleid.
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Nach dem Zitronenfalter, jetzt Hummeln und Bienen:


Von Bienen, Hummeln und Menschen
Gedichte herausgegeben von Eberhard Scholing
Reclam Verlag € 7,00

Noch habe ich keine gesehen. Aber lange kann es nicht mehr dauern und die gestreiften Insekten sind wieder unterwegs. So hoffe ich doch zumindest. Hier bekommen Sie schon einen ganzen Schwung davon. Das kleine Bändchen versammelt eine große Auswahl an Poeten und Poetinnen aus Jahrhunderten, die Gedichte über die fleißigen Brummer verfasst haben. Lassen Sie sich überraschen.

Die Kapitel-Überschriften lauten:

Emsig unterwegs
Fabelbienen
Liebesgesumm
Stachelstiche
Poetischer Honig
Heile Bienenwelt
Ein Bienenjahr geht zu Ende

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Gotthold Ephraim Lessing
Die Biene

Als Amor in den goldnen Zeiten
Verliebt in Schäferlustbarkeiten
Auf bunten Blumenfeldern lief,
Da stach den kleinsten von den Göttern
Ein Bienchen, das in Rosenblättern,
Wo es sonst Honig holte, schlief.

Durch diesen Stich ward Amor klüger.
Der unerschöpfliche Betrüger
Sann einer neuen Kriegslist nach:
Er lauscht in Rosen und Violen;
Und kam ein Mädchen sie zu holen,
Flog er als Bien heraus, und stach.

Wilhelm Müller
Die Bienen

Biene, dich könnt‘ ich beneiden,
Könnte Neid im Frühling wachsen,
Wenn ich dich versunken sehe,
Immer leiser leiser summend,
In dem rosenroten Kelche
Einer jungen Apfelblüte.

Als die Knospe wollte springen
Und verschämt es noch nicht wagte,
In die helle Welt zu schauen,
Jetzo kamst du hergeflogen
Und ersahest dir die Knospe;
Und noch eh‘ ein Strahl der Sonne
Und ein Flatterhauch des Zephyrs
Ihren Kelch berühren konnte,
Hingest du daran und sogest.

Sauge, sauge! – Schwer und müde
Fliegst du heim nach deiner Zelle:
Hast dein Tagewerk vollendet,
Hast gesorgt auch für den Winter!

Leseprobe
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Am kommenden Dienstag, den 4.April ist es wieder soweit.
Ab 19 Uhr liest Clemens Grote aus neuen Romanen und wir sagen noch ein paar Worte dazu.
Dieses Mal sind es sogar fünf Bücher.

Carolina Schutti: „Meeresbrise“
Markus Orths: „Mary & Claire“
Judith Hermann: „Wir hätten uns alles gesagt“
Tarjei Vesaas: „Der Keim“
Laurent Mauvignier: „Von Menschen“

Der Eintritt ist frei.


Dienstag, 21.März / Welttag gegen Rassismus

Heute haben
Jean Paul * 1763
Peter Hacks * 1928
Hubert Fichte * 1935
Michael Dibin * 1947
Andrea Maria Schenkel * 1962
Geburtstag
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Ludwig Uhland
Frühlingsglaube

Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muß sich alles, alles wenden.

Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal:
Nun, armes Herz, vergiß der Qual!
Nun muß sich alles, alles wenden.
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Unser Sachbuchtipp:


Kirsten Traynor (Text) und Carim Nahaboo (Illustrationen):
Der große Schwarm

Ein neues Zuhause für die Bienen
Gerstenberg Verlag € 18,00
Sachbilderbuch ab 5 Jahren

Henrietta ist eine Kundschafterin, eine sogenannte Spurbiene. Während sie bisher als junge Biene im Inneren des Bienenstocks gearbeitet hat, steht sie nun vor einer großen Aufgabe: Ein neues Zuhause finden! Der Bienenstock ist zu eng geworden für das große Volk. Und so erkundet Henrietta die Gegend, um eine passende Unterkunft zu findet. Sie ist jedoch nicht alleine. Mehrere ihrer Schwestern haben sich auf die Suche begeben. Sie findet ein geeignetes Loch in einem Baum, fliegt zurück und erklärt ihren Kolleginnen in einem Bienentanz die Lage ihres Fundes. Danach zieht ein Schwarm mit tausenden Bienen los.
Kirsten Traynor erzählt uns nicht nur eine Bienengeschichte, sondern erklärt uns im Anhang viel „Wissenschaftliches“ über diese Tiere und fügt auch noch ein Bienenlexikon an.
Durch die besonderen Illustrationen haben wir hier ein Sachbuch in der Hand, in dem uns vielleicht auch noch Unbekanntes erklärt wird.

Kirsten Traynor ist eine echte Bienenexpertin. Die Deutsch-Amerikanerin, in New York geboren, entdeckte ihre Liebe zu den Bienen auf einer Farm in Maryland. Sie ist Imkerin, Wissenschaftlerin und gab zwei Bienenmagazine heraus. Seit Kurzem leitet sie die Landesanstalt für Bienenkunde an der Uni Hohenheim, zuvor war sie Leiterin am Institut für Bienen in Celle.

Carim Nahaboo ist Illustrator und lebt in London. Er ist auf detailgetreue Naturdarstellungen spezialisiert.
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Gestern auf tagesschau.de

UNICEF-Bericht
Wasserkrise gefährdet 190 Millionen Kinder

In einigen Ländern der Welt fehlt es laut UNICEF massiv an sauberem Trinkwasser. Am meisten betroffen seien zehn afrikanische Staaten und damit rund 190 Millionen Kinder. Der Kontinent stehe vor einer Katastrophe, so UNICEF.
Verschmutztes Trinkwasser und fehlende sanitäre Infrastruktur gefährden nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks UNICEF das Leben vieler Heranwachsender weltweit.
„Täglich sterben weltweit mehr als 1000 Kinder unter fünf Jahren an Krankheiten, die durch verschmutztes Wasser, fehlende Sanitäreinrichtungen und mangelnde Hygiene verursacht werden“, so UNICEF in einer Mitteilung.
Insgesamt sind laut einer neuen Analyse der Organisation 190 Millionen Kinder in zehn afrikanischen Ländern gefährdet. Am schwerwiegendsten sei die Lage in den west- und zentralafrikanischen Ländern Benin, Burkina Faso, Kamerun, Tschad, der Elfenbeinküste, Guinea, Mali, Niger, Nigeria und Somalia.
Viele dieser Länder litten unter Instabilität und bewaffneten Konflikten. So haben laut UNICEF in Burkina Faso etwa Angriffe auf Wasseranlagen als Taktik zur Vertreibung von Menschen zugenommen. Auch der Klimawandel erschwere die Wasserkrise. …

Den kompletten Artikel finden Sie hier.
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Heute auf tagesschau.de

Was im Bericht des Weltklimarats steht

Ein rasant steigender Meeresspiegel, bis zu 2,8 Grad mehr bis 2100: Die Zukunftsszenarien im Abschlussbericht des Weltklimarats sind dramatisch. Die Forderungen entsprechend dringlich. Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Papier.

Der Weltklimarat hat in seinem Abschlussbericht eindringlich vor den Folgen des Klimawandels gewarnt. Die Ozeane könnten demnach bis zur Jahrhundertwende einen Anstieg von bis zu einem Meter verzeichnen, die Erde sich schneller und stärker erwärmen als bisher angenommen. Grund sei der vor allem in den vergangenen Jahrzehnten extrem gestiegene CO2-Ausstoß, so die Wissenschaftler. Die Folgen sind für Milliarden von Menschen dramatisch – vor allem im Globalen Süden, der am wenigsten Treibhaus ausstößt. Zu welchen Schlüssen die Wissenschaftler gekommen sind – eine Übersicht.

Bis zu 2,8 Grad Erwärmung bis 2100

Dem Bericht zufolge lagen die Temperaturen auf der Erde im Zeitraum von 2011 bis 2020 um durchschnittlich 1,1 Grad Celsius höher als im vorindustriellen Zeitraum (1850-1900). Auf den Landflächen sind es sogar rund 1,6 Grad, über den Ozeanen 0,9. Sollte der CO2-Ausstoß nicht umgehend und drastisch vermindert werden, könnten dem Weltklimarat zufolge die eigentlich für das Ende des Jahrhunderts anvisierten 1,5 Grad bereits in den 2030er-Jahren zumindest zeitweise überschritten werden.

Einige Modelle zeichnen ein noch dramatischeres Bild: Demnach könnte die Erderwärmung am Ende des 21. Jahrhunderts bei 2,8 Grad liegen, sollten die Staaten ihre versprochenen Anstrengungen gegen den Klimawandel nach 2030 nicht intensivieren.

Den kompletten Artikel finden Sie hier.

Hier ein Interview mit Matthias Garschagen (auf tagesschau.de) , einem dem Mitautoren des IPCC Berichtes.

Freitag, 21.Juli

Heute haben
Hans Fallada * 1893
Ernest Hemingway * 1899
Mohammed Dib * 1920
Brigitte Reimann * 1933
Geburtstag.
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Christian Hofmann von Hofmannswaldau
Die Welt

WAs ist die Welt / und ihr berühmtes gläntzen?
Was ist die Welt und ihre gantze Pracht?
Ein schnöder Schein in kurtzgefasten Gräntzen /
Ein schneller Blitz bey schwartzgewölckter Nacht.
Ein bundtes Feld / da Kummerdisteln grünen;
Ein schön Spital / so voller Kranckheit steckt.
Ein Sclavenhauß / da alle Menschen dienen /
Ein faules Grab / so Alabaster deckt.
Das ist der Grund / darauff wir Menschen bauen /
Und was das Fleisch für einen Abgott hält.
Komm Seele / komm / und lerne weiter schauen /
Als sich erstreckt der Zirckel dieser Welt.
Streich ab von dir derselben kurtzes Prangen /
Halt ihre Lust vor eine schwere Last.
So wirstu leicht in diesen Port gelangen /
Da Ewigkeit und Schönheit sich umbfast.
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9783845817767

Britta Teckentrup: „Bienen
Kleine Wunder der Natur
Aus dem Englischen von Maria Höck

Maja Lundes „Die Geschichte der Bienen“ steht auf Platz 1 der Spiegel Bestseller-Liste. Ein Buch, das in literarischer Form über das Verschwinden der Bienen berichtet. Für die Kleinen ab 4 Jahren gibt es das Bilderbuch von Britta Teckentrup, das vom Tag einer Biene erzählt. In kurzen Reimen verfolgen wir die Biene, auf ihrem Flug durch die Natur.

Die Sonne geht auf, der Tag beginnt,
die Blumen schaukeln sanft im Wind.

Da fliegt eine Biene und summt ganz leise.
Nimmt sie uns mit auf ihre Reise?

In einem kleinen ausgestanzten Sechseck sehen wir die Biene durch mehrere Seiten hindurch. Sie fliegt von Blume zu Blume, von Baum zu Baum. Im Wald sehen wir die Vögel und das Eichhörnchen. Auf der Wiese die vielen Schmetterlinge und auf der Blumenwiese den Marienkäfer. Sie fliegt weiter von Blüte zu Blüte

Und hinterlässt auf der grünen Flur
aus Blütenstaub eine goldene Spur.

Sie fliegt zurück zu ihrem Stock und berichtet den anderen Bienen von der voll blühenden Wiese.

Der ganze Bienenschwarm bricht auf,
ein kleines Wunder nimmt seinen Lauf.

So sehen wir nicht nur eine kleine Biene, sondern einen ganzen Schwarm am Himmel, die die Blüten besuchen. Sie bekommen ihren Nektar und bestäuben gleichzeitig viele Blumen. Das Buch wird immer bunter und bunter, bis wir auf der letzten Doppelseite ein Blütenmeer in allen Farben zu sehen bekommen.

Dienstag, 5.Juli

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Heute haben
Jean Cocteau * 1889
Barbara Frischmuth * 1941
Josef Haslinger * 1955
Geburtstag
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Letzte Woche trafen Neuerscheinungen aus dem Gerstenberg Verlag ein. Viele besondere, schöne, interessante Bilderbücher waren dabei und ich war mal wieder davor doch noch Bilderbuch-Sammler zu werden.

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Piotr Socha:Bienen
Aus dem Polnischen von Thomas Weiler
Gerstenberg Verlag € 24,95

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Ein großformatiges Bienen-Buch hat es mir angetan. Was dort alles drin steht, was wir dort erfahren ist schon einzigartig. Mit seinem frechen, witzigen Malstil führt uns der polnische Illustrator Pjotr Socha mitten in die Welt der Bienen. Es geht aber nicht nur um den Honig und wie er gemacht wird. Nein, wussten Sie, dass es Bienen schon zur Zeit der Dinos gabs? Ha, damit haben wir auch die kleinen zuhörenden Jungs am Haken. Auf der nächsten Doppelseiten finden wir riesig abgebildete Bienen, die noch größer als meine Hand sind, damit wir genau betrachten können, wie diese kleinen Tiere aussehen. Und so geht es weiter und wir können durch diese „Nahaufnahmen“ sehen, wie es in den Waben aussieht, was es mit dem Bienentanz auf sich hat, welche Blumen und Pflanzen es ohne die Bestäubung der Bienen nicht mehr geben würde.

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Von dort geht es in die griechische Mythologie,zu Alexander dem Großen, zu Poppaea, zum Heiligen Ambrosius und dem kleinen großen Napoleon und seiner Frau Josephine. Damit sind wir aber erst knapp über die Mitte des Buches. Neben den großen Illustrationen gibt es immer wieder Lexikonseiten, auf denen Kurzinformationen aus verschiedensten Gebieten zu lesen sind, die etwas mit Bienen zu tun haben. Der letzte Eintrag ist über die Bienen der Barbaraini in Rom. Schön!

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Piotr Socha, geb. 1966, wuchs als Sohn eines Imkers mit Bienen auf. Nach seinem Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Warschau betätigte er sich als Illustrator für diverse bekannte polnische Zeitungen und Zeitschriften und illustrierte zahlreiche Bücher. Heute ist er einer der beliebtesten Cartoonisten Polens.
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Werner Färbers Ungereimtheit der Woche:

Der Tausenfüßler

Hat ein Tausendfüßler seine
vielen Fußballschuh gebunden,
steht er auf dem Platz alleine
und das Spiel ist aus seit Stunden.

Montag

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Heute haben
Percy Bysshe Shelley * 1792
Knut Hamsun * 1859
René Schickele * 1883
Erich Weinert * 1890
Witold Gombrowicz * 1904
und
Barack Obama* 1961
Geburtstag
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Percy Bysshe Shelley
Like A Cloud

When I am Happy, I am like a cloud.
When I am Sad, I am like a cloud.
When I am Lonely, I am like a cloud.
When I am Tired, I am like a cloud.
When I am Angry, I am like a cloud.
When I am Embarrassed, I am like a cloud.
When I am Hungry, I am like a cloud.
When I am Thirsty, I am like a cloud.
When I am Bored, I am like a cloud.
When I am Soft. I am like a cloud.
When I am Fluffy, I am like a cloud.
When I am a Cloud, I am like a polar bear.
When I am a Cloud, I am like a cloud.
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Werner Färber
UNGEREIMTHEIT DER WOCHE: (aus der Reihe … von fies bis böse)

HÄNSEL UND GRETEL
(neuzeitliche Smartphone-Version)

Selbst in den prekärsten Schichten
wird oft mobil kommuniziert.
Niemand kann darauf verzichten –
wer nicht im Netz ist, der verliert.

Als der Rabenvater neulich brachte,
seine zwei Kinder in den Hain,
jener schlichtweg nicht bedachte,
dass beide steckten Smartphones ein.

Allein ließ er sie ohne Trinken
und ohne Essen tief im Wald.
Mit den Fingern, ihren flinken,
tippten sie aufs Display bald.

Neben manch anderer Funktion
war GPS durchaus genial.
Nach Eingabe ins smarte Phone
erschien die Wegsuche banal.

Es war jedoch kein Netz bereit,
die Signale zu empfangen.
Die Hex‘ hat sie nach kurzer Zeit
zwecks Verzehrung eingefangen.

UNGEREIMTHEIT DER WOCHE (… aus der Tierwelt):
 
GROßES TIGERTREFFEN XLXXV
 
Als erster kam EinsTiger an,
HasTiger atemlos sodann.
BorsTiger wirkte schlecht rasiert,
was LusTiger sehr amüsiert‘.
 
Der FruchTiger roch ganz apart
und BärTiger war dicht behaart,
RosTiger war schon sehr klapprig,
SafTiger eher klebrig, pappig.
 
Der GünsTiger flog Billigflug,
KopflasTiger war äußerst klug.
GranTiger missmutig schaute,
worauf der GarsTiger ihn haute.
 
Auch BösarTiger wollte kämpfen,
FriedferTiger Aufruhr dämpfen.
Dem GleichgülTiger war’s egal,
der DursTiger ging ins Lokal.
 
Der FrusTiger weinte sich aus
und ging mit GüTiger nach Haus.
SehnsüchTiger träumte versonnen,
was WahrhafTiger fand versponnen.
 
VorsichTiger hielt sich zurück,
MuTiger forsch suchte Glück.
Der FrosTiger fand’s bitterkalt,
AllmächTiger fühlte sich alt.
 
VernünfTiger sagte zum Schluss,
dass HeuTiger jetzt gehen muss.
FlüchTiger beim Gehen lachte,
weil TüchTiger noch sauber machte.
Mehr von und über Werner Färber gibt es hier.

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Wir bleiben in der Tierweltund stellen ihnen heute das neue „Buch“ Helmut Höge vor.
Diese Reihe nennt sich „Kleiner Brehm“, hat DinA5-Format ist geklammert und kostet pro Heft € 10,00.
Helmut Höge tauchte schon in den 80er Jahren auf und berichtete aus seiner Zeit als Arbeiter in LPGs, war Fachmann für Glühbirnen und war mit Jörg Schröder literarisch unterwegs.

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Helmut Höge: „Bienen“
Verlag Peter Engstler € 10,00

Bisher sind folgende Tierbeschreibungen von ihm erschienen:
Spatzen (die haben wir auch immer vorrätig, als Ulmer Buchhandlung), Gänse, Pferde, Schweine, Hunde, Affen, Elefanten. Es folgen noch: Rinder, Fische, Krähen, Schafe.

„Wir brauchen keine Gesellschaftsutopien – die Gesellschaft ist eine Utopie, und das nicht erst seit gestern. Bestenfalls stellen wir prekäre Gemeinschaften her, die solidarisch handeln. Der heute gängige neoliberale Begriff „Konkurrenzgesellschaft“ ist ein Oxymoron. Ein ähnlicher Unsinn ist der gängige entomologische Begriff „staatenbildende Insekten“: Nichts liegt diesen Tieren, Bienen z.B., ferner, als ausgerechnet einen Staat zu bilden, „dieses kälteste aller kalten Ungeheuer,“ wie Nietzsche ihn nennt. Eher könnte man Paviangruppen Staatenbildung unterstellen. Ähnliches gilt für die den Honigbienen zugeschriebene „Arbeitsteilung“: Sie sind keine Spezialisten, sondern Generalisten – was ihre Tätigkeit betrifft, d.h. jede Biene führt nacheinander alle Arbeiten im Stock aus.“, schreibt Helmut Höge und schildert in seinem Buch „Bienen“ das Sozialverhalten von Bienen, Wespen und Hummeln.
Er geht in die Antike, lässt alte Philosophen zu Wort kommen, aber auch Rudolf Steiner und Martin Heidegger, um uns an das Phänomen der Biene heranzuführen. Er beginnt ganz früh in der Entstehungsgeschichte, erzählt über die Veränderung der Pflanzenwelt und ab wann es wichtig wurde, dass u.a.Bienen für die Bestäubung wichtig wurden. Er schreibt über die verschiedenen Duftaussonderungen von Pflanzen, um sich vor Schädlingen zu schützen und um Bienen anzulocken. Er schreibt über den gewichtigen Unterschied zwischen Hummeln, die in kleinen Gruppen zusammenleben und den Bienen, die sich zu zigtausenden in einem Stock versammeln. Es kommt das Sterben dieser Insekten zu Wort und Höge zeigt auch, wie es dazu kommen konnte und wer dafür verantwortlich ist. Genauso wie beim Rinderwahnsinn sind es wir Menschen, die massiv die Hände im Spiel haben und durch unser Eingreifen in die Tierwelt für dieses Sterben sorgen. Also nicht die Tiere sind dem Wahnsinn verfallen, sondern wir Menschen. „More than Honey“, der Film und das Buch werden öfters zitiert und wir erfahren dadurch, wie in den USA Bienen in den Arbeitszyklus eingebaut werden, ohne auf deren sehr spezielle Lebensweise einzugehen.
Höge schreibt über Robo-Bees, geht intensiv auf den Wabenbau und dessen Einfluss auf die Architektur ein. Erlässt Profi- und Hobbyimker aus Berlin und Umgebung zu Wort und rundet somit sein Buch mit dem ab, was gerade überall im Gespräch ist, hat doch die Zeitschrift „brandeins“ auch einen Bericht über einen Berliner, der Holzkästen für Bienen verkauft, die man auch mitten in der Stadt benutzen kann (Stadtbienen).