Samstag, 25.Februar


Heute haben
Victor Hugo * 1802
Hermann Lenz * 1913
Elizabeth George * 1949
Leon de Winter * 1954
Michel Houellebecq * 1958
Atiq Rahimi * 1962
Geburtstag
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Friedrich Hölderlin
Der Frühling

Wenn auf Gefilden neues Entzücken keimt
Und sich die Ansicht wieder verschönt und sich
An Bergen, wo die Bäume grünen,
Hellere Lüfte, Gewölke zeigen,

O! welche Freude haben die Menschen! froh
Gehn an Gestaden Einsame, Ruh‘ und Lust
Und Wonne der Gesundheit blühet,
Freundliches Lachen ist auch nicht ferne.
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Christoph Marx
(Text) & Dieter Wiesmüller (Illustrationen):
Deutsche Geschichte in 100 Zitaten

Von Tacitus bis Merkel
Duden Verlag € 29,00

„Ora et labora.“, „Frisch, fromm, fröhlich, frei.“, „Hier stehe ich! Ich kann nicht anders.“ „So schnell schießen die Preußen nicht.“, „Ich bin ein Berliner.“, „Wir sind Papst.“, „Wir schaffen das!“, „Wie könnt ihr es wagen?!“.
Das sind ein paar der 100 Zitate, die chronologisch, von der Antike bis in die Gegenwart, aufgelistet sind und danach auf dem historischen Hintergrund erläutert und zugeordnet und ihr heutiger Gebrauch erklärt werden. Christoph Marx schreibt über die Persönlichkeiten, von der das jeweilige Zitat stammt, aus welchem Zusammenhang es entnommen wurde und was der geschichtliche Hintergrund dazu ist. Er wirft somit Schlaglichter auf die deutsche Geschichte und macht sie damit lebendig.
Am Ende eines jeden Kapitels findet sich noch eine Kurzbiographie der Person.
Ein Lesebuch, ein Nachschlagewerk, ein Zitatenschatz für Junge und Alte.

Mittwoch, 29.Juli

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Heute haben
Simon Dach * 1605
August Stramm * 1874

Dag Hammarskjöld * 1905
Chester Himes * 1909
Mikis Theodorakis * 1925
Harry Mulisch * 1927
Sten Nadolny * 1942
Ulrich Tukur * 1957
Geburtstag
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August Stramm
Der Morgen

Schwarz
Graut
Zerknittert schämig fahlig.
Schweigen schleicht zu Bette!
Schrecke lugen
Horchen
Ziepsen
Ducken
Ziepsen spürig
Schrillen trotzig
Rufen rufen
Wachen auf
Von Ast zu Ast.
In die Winkel glupschen Lüfte
Talpschen Dünste.
Klatschen Flattern Knacken Schwirren
Zerrt ins Fahle bleiche Fetzen!
Blaublaß glasen Ströme zu Kristall!
Klirrig
Grellt der Himmel auf!
Funken brennen
Splitter glühen!
Schauernd
Wirbeln Tropfen Spiegel!
Lichtgeblendet schwingt herauf
Die Helle!
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Annett Gröschner: „Berliner Bürger*stuben“
Palimpseste und Geschichten
Edition Nautilus 20,00

„Berlin in zwei Sätzen: ›I see you‹ – ›Wir euch ooch.‹“

Annett Gröschner hat vor Jahren ein Buch herausgebracht, in dem sie in verschiedenen Städten der Erde mit der Linie 4 gefahren ist. Was passiert entlang der Straßenbahnstrecken, welche Geschichten tun sich auf, was gibt es zu entdecken, was zu erzählen? Ich habe sie wegen der Ulmer Linie 4 angeschrieben, schon erste Kontakte vor Ort geknüpft, aber es ist nichts daraus geworden, da Frau Gröschner für einen längeren Zeitraum verreist war. Und nun gibt es die ehemalige Linie 4, die einmal quer durch Ulm verlief, nicht mehr.
Annett Gröschners gesammelte, vorliegenden Geschichten lesen sich wie aus einem Guss, obwohl sie über Jahre verteilt, erschienen sind. Sie flaniert durch die Straßen der Stadt, durch die Geschichte und Geschichten ihrer Wahlheimat. Nicht immer zu Fuß, sondern auch mit der Straßenbahn, dem Fahrrad, im Wasser, oder im Kopf oder Wochen im Archiv. Aber immer kreist alles um Berlin, ob sie nun über die Gingkobäume in der Humboldt-Universität, die Villa eines Kapitäns in der Fasanenstraße, Kleingärten, Friedhöfe, verlassene Industriegebiete, das Stadion an der Alten Försterei oder die Regionalexpresslinie 4 (Ha!) schreibt. Wenn sie die Palimpseste der Volksbühne entschlüsselt, mit Frau Globisch fliegt, Annemirl Bauer beim Madonnenmalen zuschaut und Gitti Eicke betrauert, einem Gasableser lauscht, eine syrisch-kurdische Dichterin bei ihrer Ankunft in der Stadt begleitet und Paradigmenwechsel bedauert.