Montag, 20.Juni

Heute haben
Kurt Schwitters * 1887
Lillian Hellman * 1905
Gerhard Meier * 1917
Vikram Seth * 1952
Geburtstag
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August von Platen

Farbenstäubchen auf der Schwinge
Sommerlicher Schmetterlinge,
Flüchtig sind sie, sind vergänglich
Wie die Gaben, die ich bringe,
Wie die Kränze, die ich flechte,
Wie die Lieder, die ich singe:
Schnell vorüber schweben alle,
Ihre Dauer ist geringe,
Wie ein Schaum auf schwanker Welle,
Wie ein Hauch auf blanker Klinge.
Nicht Unsterblichkeit verlang ich,
Sterben ist das Los der Dinge:
Meine Töne sind zerbrechlich
Wie das Glas, an das ich klinge.
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Eine Vorankündigung:


Ralf Grimminger: „Kleinstadthelden
Gmeiner Verlag € 20,00

Am 13. Juli erscheint im Gmeiner Verlag der Roman „Kleinstadthelden“ von Ralf Grimminger. Es ist der erste Roman des Ulmer Journalisten und Autor.  
„Zwischen Mixtapes, Demos, Schulterpolstern und Synthiepop! Mit viel Humor holt Ralf Grimminger das Lebensgefühl der späten 70er und frühen 80er Jahre zurück, inmitten einer Wohngemeinschaft in der Kleinstadt“, schreibt der Gmeiner Verlag. 
Ein Roman mit Ulmer Geschichten? Ja und nein, hat uns Ralf Grimminger verraten. „Natürlich ist in der Story auch Ulm eingearbeitet. Manche Ereignisse oder Lokalitäten werden dem einen oder anderen sicher bekannt sein. Es ist aber kein Roman über oder von Ulm, schließlich will ich mit der Geschichte Leserinnen und Leser über Ulm hinaus unterhalten und begeistern“.
Ralf Grimminger hat vor 20 Jahren das Buch „Nice Society“ über das Nachtlokal „Aquarium“ veröffentlicht. 
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Hardy on Tour


Tag 24 
120 km von Queensferry über Perth nach Pitlochry 

Es ist halb zehn am Abend und ich sitze bei Tee und Schokolade an der Skateranlage im schönen Freizeitpark von Pitlochry, wo ich dann gleich auch das Zelt aufschlagen werde und bin doch etwas gefrustet weil ich vorhin die inzwischen 5. Speiche ersetzen musste, weil wieder heut eine gebrochen ist. Dabei hatte ich nach dem letzten Werkstattbesuch ein richtig gutes Gefühl. Das hab ich für morgen nun definitiv nicht, denn das Laufrad eiert doch ziemlich, ich krieg das einfach nicht so gut zentriertt Da steht dann wohl ein neuer Werkstattbesuch an. Nun gut. 
Soll jetzt auch nicht den Tag bestimmen heute, denn der war ein richtig prima Radeltag, trotz Gegenwind. In der Sonne war es gut auszuhalten und die schien doch meist und es war auch 2-3 Grad wärmer als gestern. Die Landschaft bot schöne Aussichten und Abwechslung. Felder und Weiden und immer wieder auch längere Wegstrecken durch hohe Wälder voller Farne und Moose. Dazu in genau den richtigen Abständen kleine Städtchen mit dem vollen Angebot um Pause bei Kaffee und der ein und anderen Leckerei zu machen.
Die Steigungen sind mittlerweile länger, aber längst nicht mehr so steil und auch die Abfahrten kann ich nun genießen ohne ständig die Bremsen drücken zu müssen. Schade ist der viele Müll, der entlang der Straße so rumliegt. Hier würde ein Dosen-und Becherpfand sicherlich etwas Abhilfe schaffen. 
Das Highlight des Tages für mich gab es gleich morgens um halb acht beim überqueren der gigantischen „Forth Road Bridge“ von Süd-Queensferry nach Nord-Queensferry mit einer Länge von über 2,5 km.
Es gibt 3 Brücken: die neue ist seit gut 2 Jahren in Betrieb. Die mittlere ist nun für Radfahrer, Fußgänger und Busse reserviert, weil sie dem vielen Verkehr nicht mehr gewachsen war und die wunderschöne alte Eisenbahnbrücke wurde bereits 1880 eröffnet und sie gilt als die längste Ausleger Brücke der Welt, bei deren Erbauung 73 Menschen ihr Leben verloren.
Ich war jedenfalls von allen 3 Brücken schwer beeindruckt und hoffe, mein Hinterrad trägt mich morgen ebenso eindrucksvoll weiter Richtung Norden.

Montag

Heute hat Christoph Hein Geburtstag (* 1944)
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Eine schöne Entdeckung am Wochenende, die ich gerne weitergeben möchte:

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Susanne Schedel: „Wer soll denn das anziehen, bitteschön
Rowohlt Verlag € 18,95
als eBook € 16,99

„Die Krägen, die Knöpfe, die Muster reihten sich zu Sätzen über das, was in der Luft lag, was um uns war. Sätze einer Sprache, die ich mit dem ganzen Körper verstand.“

1998 bekam Susanne Schedel den Förderpreis der Stadt Ulm.
Davor machte sie 1992 in Ulm das Abitur, lebt jedoch in Düsseldorf.
Jetzt hat sie ihr zweites Buch veröffentlicht.
Erst auf der Innenseite steht neben dem Titel der Vermerk: Erzählungen.
Sind es nun Erzählungen, oder doch acht Episoden eines Romanes?
Egal! Durch die einzelnen Texte zieht sich ein roter Faden, gibt dem Buch einen inneren Halt und eine Struktur. In allen Texten geht es um normale Menschen, die unbewusst ihrem Leben eine Wendungen geben (können/könnten). Sie handeln, ohne über Tragweite nachzudenken. Es gibt eine junge Frau, die ihren Freund in den USA beucht, der dort an einer Uni forscht. bei einem „Ausbruchsversuch“, einer Fahrt mit dem Auto zu einem Traumort, kommt sie gerade noch rechtzeitig zum vereinbarten Treffen mit einem Uni-Professor zurück.
Eine alte Dame, die bei ihrem Sohn mit Familie untergekommen ist, wird einmal die Woche ins nahegelegene Spielcasino gefahren und hat bis auf 30 Euro nie etwas gewohnen. Nun hat sie plötzlich 4.000 in der Tasche.
Eine Studentin bricht heimlich ihr Medizinstudium ab und versucht sich als Modedesignerin in Amsterdam.
Es geht um eine junge Frau, die einem Pärchen Deutschunterricht gibt. es entsteht eine vermeintliche Nähe zwischen den Dreien, bis auch die plötzlich verpufft.
Das klingt nach ausweglosen Situationen? Susanne Schedel sieht das nicht so: „Ich habe versucht, zu den Erzählungen zum Ende einen Ausweg oder wenigstens eine Art Wegweiser zu bieten. … Schlussendlich soll aber jeder seine eigene Botschaft und eigene Schlüsse aus dem Buch ziehen. … Das ist der Vorteil an der Literatur.“
Susanne Schedel lässt uns diese Personen unterschiedlich lange verfolgen, bis zu einer Wegkreuzung, an der wir und die Personen (noch) nicht wissen, wie es weitergeht.
Schön, denke ich, dass dies nicht auch nicht ausgearbeitet ist, sondern dass dieser Freiraum bleibt, in dem wir uns selber unsere Gedanken machen können. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verschmelzen dann zu einem Ganzen.
Eine sehr angenehme Lektüre, die eine schöne Leichtigkeit verströmt, wie wir sie auch aus Episodenfilmen kennen.
Mit Sätzen, die nachklingen und Bildern, die nicht so schnell verschwinden.

Leseprobe
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Und hier noch das heutige Gedicht aus meinem Kalender.

August Graf von Platen

Wohl mit Hafis darf ich sagen:
Ewig trunken ist mein Mut!
Nimmer könnt’ ich es ertragen,
Diesem Rausche zu entsagen,
Dieser Liebe, dieser Glut!

Magst du, Freude, mir gesellen
Deinen sprudelnden Pokal!
Mich verleumden, mich entstellen
Mögen nüchterne Gesellen,
Ihre Liebe wäre Qual!

Keiner wird es mir entwinden,
Dies unsägliche Vertraun:
Menschen hoff ich noch zu finden,
Die mich, wie sich selbst, empfinden,
Die mich, wie sich selbst, durchschaun.

Gern als Opfer sei gespendet
Dieser Erde Ruh’ und Glück:
Kehrt doch stets, von Gott gesendet,
Jenes Glück, das nimmer endet,
Ins zerrißne Herz zurück!

Wohl ein Glück ist’s, laut zu sagen,
Was das Innre leis empfand;
Selig fühl ich mich getragen
Auf den Schwingen meiner Klagen
In des ew’gen Friedens Land.