Freitag, 1.Juli


Heute haben
Georg Christoph Lichtenberg * 1742
George Sand * 1804
Warlam Tichonowitch Schalamow * 1907
Juan Carlos Onetti * 1909
Hans Bender * 1919
Franca Magnani * 1925
Geburtstag
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„Es ist nicht gesagt, daß es besser wird, wenn es anders wird. Wenn es aber besser werden soll, muß es anders werden.“
Georg Christoph Lichtenberg
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„Nachdenken über die Ukraine“
Neue Rundschau 02/2022
S.Fischer Verlag € 17,00

„Die drei Gründe des Ukraine-Kriegs“
Gegenstandspunkt 2-22 € 15,00
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Der ukrainischen Autor Serhij Zhadan erhält den Friedenspreises des Deutschen Buchhandels des Jahres 2022.

(Bildrechte: © Mykola Swarnyk (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en)
und © Karina Ri)

Aus der Jurybegründung:

In seinen Romanen, Essays, Gedichten und Songtexten führt uns Serhij Zhadan in eine Welt, die große Umbrüche erfahren hat und zugleich von der Tradition lebt. Seine Texte erzählen, wie Krieg und Zerstörung in diese Welt einziehen und die Menschen erschüttern. Dabei findet der Schriftsteller eine eigene Sprache, die uns eindringlich und differenziert vor Augen führt, was viele lange nicht sehen wollten.
Nachdenklich und zuhörend, in poetischem und radikalem Ton erkundet Serhij Zhadan, wie die Menschen in der Ukraine trotz aller Gewalt versuchen, ein unabhängiges, von Frieden und Freiheit bestimmtes Leben zu führen.
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Seit ein paar Tagen auf der Arte Mediathek:
Warum Ukraine
(Sie können auf den Titel klicken. Das ist der Link zur Dokumentation)

Arte schreibt:
Mittendrin, an der Front oder beim zivilen Widerstand, filmte der französische Journalist und Publizist Bernard-Henri Lévy den Krieg in der Ukraine. Ein beeindruckend hautnahes Erlebnis, eine Aufforderung zum Handeln an Europa – und ein Hilferuf im Namen der Demokratie.
Schon in den ersten Tagen des russischen Angriffs auf die Ukraine reiste der französische Journalist und Publizist Bernard-Henri Lévy ins Kriegsgebiet und kehrte seither immer wieder dorthin zurück. Mit Unterstützung eines kleinen Teams aus Franzosen und Ukrainern filmte er den Widerstand vor den Toren von Mykolajiw und die Toten von Butscha; das belagerte Kiew und das rebellische Odessa; die Verwandlung von Staatspräsident Selenskyj und die Zivilisten von Borodjanka, die der Krieg zu Helden macht; die Stadt Saporischschja, die ihr Kernkraftwerk vor Angriffen schützt; eine vergessene Frontlinie vor Mariupol; die ehemaligen US-Marines der geheimnisvollen Mozart-Gruppe; das letzte Interview, das ein 60 Meter unter der Erde in den Bunkeranlagen von Asow-Stahlverschanzter Kommandant als freier Mann gab; und die Flugbahn der am 2. März auf Babyn Jar gefallenen Rakete.
Im Februar 2014 hatte Bernard-Henri Lévy mit demselben Team bereits den Kampf der ukrainischen Demokraten in den ersten Tagen der „Revolution der Würde“ dokumentiert. Der französische Philosoph, Autor zahlreicher Kriegsreportagen, gibt Einblicke in die jüngere Geschichte der Ukraine: die monatelangen Proteste während des Euromaidan in Kiew, den russischsprachigen, europaverliebten Osten; die Erinnerungen an die Schlucht von Babyn Jar zu einem Zeitpunkt, als die neue Ukraine von 2016 ihre Vergangenheitsbewältigung und Trauerarbeit vollendete; die Schützengräben im Donbas 2020, kurz vor Ausbruch des Krieges. Er erzählt auch von dem Restaurant in Kiew, wo der künftige Staatspräsident Selenskyj ihm einige Stunden vor seinem Wahlsieg 2019 ein Interview gewährte, in dem er bereits seine Einschätzungen zu Putin, Europa und dem drohenden Krieg teilte und erklärte, warum das Land von Babyn Jar nun bereit war, einen jungen jüdischen Präsidenten zu wählen. Der unter schwierigen Umständen entstandene Film ist das subjektive Zeugnis eines engagierten Intellektuellen, ein Aufruf zum Handeln und zur Rettung der ukrainischen Demokratie.

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Hardy on Tour


Tag 35
120 km von Kirkliston über Edinburgh und Innerleithen nach Newton St. Boswells

Was für ein abwechslungsreicher Tag. Cappuccino in Edinburgh, Schokolade auf  Brot in Dalkeith, 3 Kugeln Eis in Innerleithen, Joghurt in Galashhiels und zum Schluß Baguette mit Hummus in Melrose und ich hab mich wohl noch nie auf dieser Tour so oft verradelt wie heute, aber das sei nur nebenbei erwähnt.
Edinburgh ist schön und wuchtig und so reich an Geschichte und prächtiger Bauten. Man sollte hier ein paar Tage verweilen und sich der Stadt gebührend widmen und nicht nur ziellos durchradeln und spazieren so wie ich heute. Aber so ist es nun mal und für ein paar Eindrücke hat es immerhin gereicht.
Nach dem überreichen, pulsierenden Leben der Großstadt ging es nach und nach in die Hügellandschaft, der einsamsten Gegend im Süden Schottlands. Nur verstreut besiedelt mit ein paar Farmen. Karge, steinige Weidelandschaft mit wenigen Schafherden, dafür mit herrlichen Blicken bis an die Küste hinüber. Und mit einigen Anstiegen, die durchaus den Puls und die Atmung auf Trab hielten. Eine beliebte Gegend für Rennradfreaks ist das hier.
Und als diese 40 km bewältigt ware,n änderte sich die Szenerie wieder. Schöne kleine Städtchen, durch die es Freude macht hindurch zu bummeln und eine sehr liebliche Landschaft und wellige Radstrecke entlang vom Fluß Tweed. So schön: rechts die Schafe, links die Kühe, ein paar Pferde, dazu der plätschernde Fluß, Sonne von oben und ein fast perfekter Radweg abseits der Straße, also absolut autofrei.
Ich sagte ja, es war ein sehr sehr abwechslungsreicher Tag auf einem wunderbar ruhig rollenden Fahrrad.
Mein Zeltplatz steht auf einer Wiese in der Nähe eines Eselhofes und das Blöken der Schaflämmer auf der Nachbarwiese wird mich jetzt dann gleich sanft in den Schlaf wiegen.


Donnerstag, 25.Januar

Heute haben
Virginia Woolf * 1882
Eva Zeller * 1923
Silvio Blatter * 1946
David Grossman * 1954
Alessandro Baricco * 1958
Geburtstag
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Nothing thicker than a knife’s blade
seperates happiness from melancholy

Virginia Woolf
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Auf arte können Sie diesen großartigen, atemberaubenden Autritt noch bis in den Juni hinein im Internet anschauen. Der kleine Ausschnitt zeigt einen guten Querschnitt, von dem, was Sie erwartet. 90 Minuten Zirkuskunst, Artistik, Ballett vom Feinsten.

So etwas habe ich noch nie gesehen. Genießen Sie es.

Was wissen wir wirklich über unsere Großeltern? Erinnern wir uns nur an das, was Oma und Opa uns erzählten – oder war da mehr?
Die acht Künstler des Kollektivs „Les 7 doigts de la main“ tauchen in ihre Familiengeschichten ein und machen sich auf die Suche nach ihrer Vergangenheit, ihren Wurzeln, ihren Ahnen. Diese ungewöhnliche Zeitreise durch mehrere Leben mündet in eine Performance namens „Reversibel“, einer packenden Mischung aus Zirkus, Musik, Tanz und Theater. Es ist eine Welt voller Emotion und Hoffnung, die sich hier auftut, frei von Nostalgie, leicht, fließend und unglaublich modern. Die acht Künstler sind jung, talentiert, demütig, rührend, lustig, poetisch. Ihre Performance gleicht einer Achterbahnfahrt der Gefühle. Einmal mehr gelingt es dem Kollektiv „Les 7 doigts de la main“, sein Publikum mit seiner burlesken und zugleich tiefgründigen Zirkuskunst zu verzaubern und diese jahrhundertealte Bühnentradition durch ihre Anmut und ihr Können zu modernisieren.
Dies schreibt arte.

https://www.arte.tv/de/videos/076638-000-A/reversibel

Sonntag

Heute haben
Anna Achmatowa (* 1889)
Wolfgang Koeppen (* 1906)
Jean Anouilh (*1910)
Urs Jaeggi (* 1931)
Geburtstag
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Michael Haneke hat Mozarts: „Così fan tutte“ in Madrid inszeniert inszeniert und am Freitag lief die Aufführung auf arte. Dort können Sie alle Sendungen eine Woche lang nochmals über’s Netz anschauen und in diesem Fall meine ich, müssen Sie das machen. Ich bin überwältigt von der Schönheit der Bilder und der Klarheit der Situationen. Bis hin zum sehr realistischen Ende.

Auschnitt zum Anschauen, bzw. die ganze Oper:
http://www.arte.tv/guide/de/048633-000/cosi-fan-tutte#details-videos

Zum Schluss singen dann alle fünf:

Glücklich der Mensch,
der alles von der richtigen Seite nimmt
und sich in guten wie in schlimmen Tagen
von der Vernunft leiten läßt.
Was andere stets weinen läßt,
sei für ihn ein Grund zum Lachen,
und mitten in den Stürmen der Welt
wird er holden Frieden finden.

Das gab es arte (im Netz) auch noch zum Anschauen:

Eine Sezierung in Bildern

Samstag

Heute haben Ruth Lehmann (* 1922) und Marilyn Monroe (* 1926) Geburtstag, die ich nicht wegen ihrer Schauspielerei erwähne, sondern weil es von ihr so schöne Lesefotos gibt.

Gestern abend, nach der Arbeit, noch diverse Botendienste ausgeführt und die Alb hoch und runter gegondelt. Im Lautertal sah es romantisch aus wie in Schottland. Dann stand ein Handwerker vor der Türe und das Abendessen musste verschoben werden. So war es dann 20:30, als die Suppe gegessen war.
Eigentlich hatte ich mein Buch schon bereitgelegt, dann aber doch keine Energie mehr dazu.
Ein Blick auf das arte-TV-Programm zeigte, dass Kurt Krömer und Fritzi Haberlandt in einer Filmklamotte zu sehen sind. Also die Kiste angemacht und mitten im Film gelandet.

Udo

Eine Insel namens Udo
DVD € 24,99

Es ist ja immer extrem schwierig, wenn ein Film(chen) um einen TV-Spaßmacher gebaut wird. Dazu muss ich sagen, dass ich mir so etwas gar nicht anschaue. 90 Minuten Dauerbespaßung auf niedrigem Niveau, halte ich nicht aus. Hier scheint es anders gewesen zu sehen und das Drehbuch stand schon, bevor die passende Figur gesucht worden ist.
Kurt Krömer ist in dieser Rolle kaum wiederzuerkennen. Alles grelle, dickbebrillte Neuköllnerische ist weg. Und das ist gut so. Die Macher haben sich wohl auf die schauspielerischen Leistungen von Herrn Krömer besonnen und somit seiner Partnerin Fritzi Haberlandt einen sehr großen Gefallen getan.
„Eine Insel für Udo“ ist eine romantische Klamotte, in der Udo unter Schwersichtbarkeit leidet. Er ist einfach unsichtbar, unscheinbar. Der arme Tropf arbeitet als Kaufhausdetektiv (prima Job, keiner sieht ihn und er sieht alles und meldet dies seinem finnischen Kaufhauspolizisten), und übernachtet auch gleich dort in der Campingabteilung. Seine Einsamkeit, sein Alleinsein spiegelt sich auch in den fast traumhaften Szenen, als Udo mit Rollschuhen durch das Kaufhaus bei Nacht rollert. Alles ändert sich, als er von Jasmin in der Umkleideabteilung entdeckt wird, die ihn plötzlich sieht. Jasmin ist Hotelmanagerin und in der Stadt, weil sie ihren Vater beerdigen soll/muss. (Prima Szenen mit dem Bestatter, der von ihr wissen will, WIE er Vater beerdigt werden soll. Jasmin zögert, zaudert und will das und das. Sehr zum Verduss des dicken Herrn). Diese beiden treffen also aufeinander. Vielmehr Jasmin schlägt Udo gleich mal zu Boden. Was aber viel dramatischer ist: Sie sieht ihn. Diese unsichere, verhuschte und doch erfolgreiche Managerin, gleicht in ihrem Innere doch Udo. Dass die beiden sich natürlich verlieben, wie lange das dauert, ist natürlich sonnenklar. Was für Udo als Glücksfall scheint (dass er sichtbar ist), wird zuerst einmal extrem schwierig und gar nicht so einfach für ihn und für sie. Aber ich mag nicht alles erzählen, sonst fehlt Ihnen der Reiz zum Filmglotzen. Genießen Sie die Rollschuszenen und achten Sie auf die allerletzte Szene.
Für alle, die keine € 24,99 für die DVD ausgeben wollen; Sie können den Film noch eine Woche lang auf arte im Internet anschauen.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=acdWrdz6XXQ]

Kurt Krömer erzählt einen Schneckenwitz in seiner Kurt Krömer Show:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=5ZTqvmgfwQs]

(Mein Lieblingswitz)
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Das Buch, das eigentlich lesen wollte ist:

Rafael Cardoso: „Sechzehn Frauen
Geschichten aus Rio
S.Fischer Verlag € 19,99

Cardoso schreibt über 16 verschiedene Frauen, verschiedensten Alters und unterschiedlichster Herkunft und Lebensstandards, die in 16 verschiedenen Stadtteilen Rios leben.
Eine Geschichte habe ich noch geschafft, in der die 34jährige Renata aus dem Stadtteil Catete, ihren fremdgehenden Ehemann betrügt, um endlich ein Kind zu bekommen. Der Vater des Kindes nannt sich Rafael, wie der Autor. Und dieser Rafael taucht wohl in vielen Geschichten des Buches auf.
Diese erste Geschichte passte gut zu dem Udo-Film, da sie auch sehr witzig und frech geschrieben ist.
Ich freue mich schon auf die anderen 15 und berichte morgen mehr.