Dienstag

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Heute in der Literaturwoche:
„Small Parts Isolated And Enjoyed“
Ein Abend mit Verleger Markus Hablizel

Ortsveränderung wegen unbeständigem Wetter: Café Schneiderei um 19:30 Uhr

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Heute haben Geburtstag:
Anna Wimschneider * 1919
Erich Segal * 1933
Joyce Carol Oates * 1938
Alexandra Marinina * 1957
Robert Schneider * 1961

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Der Jaja Verlag zu Gast in der Literaturwoche Ulm 2015.
Letzte Woche habe ich das kleine Koch- und Backbüchle „Tea-Time“ vorgestellt.
Morgen, Mittwoch, den 17.Juni ist die Verlegerin Annette Köhn ab 19:30 in der Stiege und redet über ihren Verlag, über ihre Machwerke und über „Tobisch“.
Eintritt: frei

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Joachim Brandenberg: „Tobisch“
Jaja Verlag € 23,00
Comicbuch, Hardcover-Fadenheftung

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Der Jaja Verlag schreibt über diesen herrlichen Comic, die großartige Graphic Novel und das wunderbar schön gemachte Buch:

Hier nun das Rezept für ein meisterliches Comicmachwerk:
Man nehme:
Eine alte Kurzgeschichte des virtuosen O. Henry, einen talentierten und gewieften Comic-Autor mit seinen modernen Werkzeugen der Bildbearbeitung, sowie viel Raffinesse und Sorgfalt.

Und man bekommt:
Eine Literaturadaption in Form einer ästhetisch geradezu überrealistischen Graphic Novel. Und schließlich lässt man das alles in bester Jaja Verlags-Manier ganz wunderbar drucken & elegant binden, mit sogar echtem Leinen am Rückensteg und Lesebändchen!

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Die Geschichte handelt vom deutschen Einwanderer Tobisch, der auf der Suche nach seiner verschollenen Verlobten die ganze Stadt mit handgezeichneten und ausführlichen Steckbriefen tapeziert. Über die wird Johann, ein weiterer Einwanderer aus Deutschland auf Tobisch aufmerksam und nimmt sich seiner an. Er versucht ihm zu helfen, aber auch von seinen Sorgen abzulenken, was bei dem durchweg manisch wirkenden Tobisch nicht recht gelingen will. Die beiden geraten in einen Strudel der Ereignisse, von einem Besuch auf Coney Island, über die Prophezeiung einer Wahrsagerin, neuer Bekanntschaften mitsamt Verständigungsproblemen und konträren Beweggründen, bis schließlich Tobisch seine Geschichte selbst zu Ende dichtet.

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Der Soundtrack zum Film:

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Ein Nachklapp auf die Lesung mit Bernd Rauschenbach am vergangenen Freitag bei uns in der Buchhandlung

Samstag

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Bilder aus dem Büchle „Tea Time“, Jaja Verlag

Heute haben
William Butler Yeats * 1865
Fernando Pessoa * 1888
Dorothy Sayers * 1893
Anna Maria Ortese * 1914
Geburtstag

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Zum 150.Geburtstag von W.B.Yeats

Wine comes in at the mouth
And love comes in at the eye;
That’s all we shall know for truth
Before we grow old and die.
I lift the glass to my mouth,
I look at you, and I sigh.
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Unser Buchtipp für’s Wochenende:

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Eve Bunting: „Yard Sale“
Illustrationen von Lauren Castillo
Candlewick Press € 16,90

Wir kennen die Situation in dieser Form ja gar nicht in Deutschland. In den USA ist das wohl üblich. „Yard Sale“, sprich Flohmarkt im eigenen Garten vor dem Haus. So geht es auch Callie und ihrer Familie. Sie ziehen aus ihrem Haus aus in eine kleinere Wohnung und können dorthin nicht alles mitnehmen. Einfach zu wenig Platz. Der kleinen Callie ist dies gar nicht recht, weil da doch viele ihrer Sachen dabei sind. Zum Beispiel auch ihr Kinderbett, das ihre Mutter für $10 verkaufen will. Eine Interessentin will aber nur $5 bezahlen, weil doch auf der Kopfseite ein paar Striche auf dem Holz zu sehen sind. Aber weiss denn niemand, dass Callie diese Striche gemacht hat. So oft hat sie nämlich „Goodbye Moon“ gelesen. Als sich dann noch jemand für ihr kleines rotes Fahrrad interessiert und es schon aufladen will, greift Callie ein und klammert sich ans Hinterrad. Ihr Vater erklärt ihr, dass es vor der neuen Wohnung keinen Gehweg und viel Verkehr gibt und dass sie deshalb das Fahrrad nicht mitnehmen können. Schweren Herzens trennt sich unsere Callie von ihrem Rad, handelt jedoch eine mögliche Rückgabe mit dem Kunden aus.

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Ihre Freundin aus der Nachbarschaft taucht auf, ist traurig, dass Callie wegzieht und will vielleicht ihren kleinen Bruder weggeben und Callie könnte dann bei ihr einziehen. Das findet Callie jedoch nicht so gut. Da wären wohl sie, als auch ihre Eltern traurig. Alle Dämme brechen jedoch, als eine ältere Dame Callie fragt, ob sie auch zu verkaufen sei. Jetzt sehen wir, wie Mama und Papa mit glasigen Augen Callie umarmen und ihr eindringlich sagen, dass sie nie, nie, nie verkäuflich sei. Sie gehören immer zusammen. Das beruhigt unsere Kleine und sie kann nun Interessenten beraten, die noch Lust auf ihre alten Sachen haben. In der neuen Wohnung ist noch alles leer, Callie meint, sie freut sich auf ihr lustiges Klappbett und irgendwie werden sie diesen neuen Fleck passend für sich machen.
So ein rührendes Bilderbuch habe ich schon lange nicht mehr in der Hand gehabt. Die Nacherzählung liest sich vielleicht trauriger, als es ist. Eve Buntings Geschichte lässt uns teilhaben an der großen Veränderung um Callie. Es geht darum, wen du hast und nicht was du hast. Die Bilder von Lauren Castillo liebe ich ganz einfach. Vor einiger Zeit habe ich ihr letztes Bilderbuch vorgestellt („Nana In The City“), in dem es um Angst in der großen Stadt geht. Herrlich. Weiter so.

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Am Donnerstagabend lasen Susanne Fischer und Bernd Rauschenbach aus den Briefen von Arno Schmidt. Hier zwei kleine Eindrücke:

Und gestern hatten wir Bernd Rauschenbach als Vortragender seiner eigenen skurilen Erzählungen zu Gast.

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Das weitere Programm der Literaturwoche Ulm

Donnerstag

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Heute haben
Ben Jonson * 1572
William Styron * 1925
Diana Kempff * 1945
Richard Pietraß *1946
Geburtstag

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Buchtipp:

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Anke Stelling: „Bodentiefe Fenster“
Verbrecher Verlag € 19,00
auch als eBook erhältlich

Nicht nur, weil Jörg Sundermeier am kommenden Montag seinen Verbrecher Verlag vorstellen wird (zusammen mit Stefan Weidle, mit seinem gleichnamigen Verlag. 19:30 Botanischer Garten, Ulm), in dem dieses Buch erschienen ist, taucht der dritte Roman von Anke Stelling hier auf unserem Blog auf. Aber es ist eine passende Gelegenheit dafür, dieses Buch zu loben. Und ausserdem passt er so gut zum vorgestellten Roman „Die Glücklichen“ von Kristine Bilkau und dem in der Südwestpresse hochgehaltenen Roman „Altes Land“ von Dörte Hansen. Diesmal allerdings nicht Hamburg und das dazupassende Szeneviertel, sondern gleich so richtig mittemang Prenzlauer Berg in Berlin. Anke Stelling, 1971 in Ulm geboren, wohnt dort und hat wieder einmal sehr genau hingeschaut und ihre Eindrücke auf faszinierende Weise wiedergegeben.
Ist „Altes Land“ in seinen Beschreibungen zum Schreien komisch (zumindest auf den ersten Blick), sind die „Glücklichen“ deutlich ernster, melancholisch und liebenswert warmherzig. „Bodentiefe Fenster“ geht noch einen Schritt weiter. Allein schon das Wort „bodentief“ erinnert an „bodenlos“ und lässt einige Assoziationen zu und dazu noch der Ausblick (in die Zukunft) durch die Fenster.
Sandra ist 40 Jahre, hat zwei Kinder und lebt mit ihrem Mann in einem selbstverwalteten Haus mit vielen Familien und Kindern, mit alten und jungen Mitbewohnern. Über allem hängen die Ideale, die die Eltern sehr hochgehängt haben und denen die 40jährigen Kindern immer noch nachhängen, oder versuchen, zu erreichen, aber sich nicht getrauen, sie abzuhängen. Was ist mit den Patchwork-Paaren, die sich per Handy von einem zum anderen Zimmer unterhalten und Informationen austauschen? Oder die Kinderfeste mit ihren vielen Ritualen, bei denen alles zum Wohl der Kleinen gestaltet wird? Ist da nicht sehr viel warme Luft in den vielen Gesprächen zwischen den Mietern, Freunden und anderen Eltern? Wann wird die Wahrheit gesagt und wann wird um den heissen Brei herumgeredet, um sich selbst in ein besseres Licht zu stellen?
Anke Stelling macht diesen weltoffenen und doch sehr einengenden Familien- und Beziehungsalltag mit ihren bodentiefen Fenstern durchsichtig und Sandra extrem dünnhäutig. In schöner Sprache und mit viel Ironie erzählt Anke Stelling von den Hoffnungen, Kämpfen und Widersprüchlichkeiten des Mutterdaseins im linksliberalen Milieu und lauernden Abgründe.
Trotz der vielen (ganz kleinen) tragischen Momenten hat dieses tolle Buch ein ganz besonderes Ende. Ein Ende voller Hoffung.
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»So! : ich hätte’s wieder mal überlebt. … Das Ergebnis? Je nun; ich bin da realistisch … Besseres, als ich bereits vorgelegt habe, werde ich wohl nicht mehr vermögen.« So Arno Schmidt an seinen Schriftstellerkollegen Hans Wollschläger nach Abschluss der Arbeit am Roman Kaff auch Mare Crisium. Überraschend offen äußert sich der einzelgängerische Autor seinen wenigen Freunden gegenüber, spitz und oftmals geradezu maliziös sind seine Formulierungen, wenn er sich etwa an seinen Verleger Ernst Krawehl wendet. Doch welchen Ton er auch anschlägt, immer schon wusste er um sein »großes Talent, Briefe zu schreiben«.

Heute abend um 19:30 (und nicht wie auf dieser Seite und den Jastramhandzettel zu sehen war um 19:00) lesen Susanne Fischer und Bernd Rauschenbach aus den Briefen von Arno Schmidt.
Der Eintritt ist frei.

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Morgen, Freitag, auch um 19:30 liest Bernd Rauschenbach aus seinem Buch mit Erzählungen „Applausordnung“.
Weitere Termine der Literaturwoche finden Sie hier.