Freitag, 9.September

Heute haben
Clemens Brentano * 1778
Leo Tolstoi 1828
James Hilton * 1900
Cesare Pavese * 1908
Javier Tomeo * 1932
Harald Martenstein * 1953
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Clemens Brentano
Singet leise, leise, leise

Singet leise, leise, leise,
singt ein flüsternd Wiegenlied;
von dem Monde lernt die Weise,
der so still am Himmel zieht.

Singt ein Lied so süß gelinde,
wie die Quellen auf den Kieseln,
wie die Bienen um die Linde
summen, murmeln, flüstern, rieseln.
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Joan Didion: „Slouching Towards Bethlehem
Aus dem Amerikanischen an Antje Rávik Strubel
Ullstein Verlag € 22,99

Joan Didions erste Essaysammlung hat wohl die amerikanische Literatur verändert. Schon in den frühen sechziger Jahren spürt sie die Zerissenheit, die Orientierungslosigkeit ihres Landes. In ihren Texten, die in dieversen Magazinen erschienen sind, schreibt sie nicht nur über große Politik, Pearl Harbor, Kalifornien, die Hippies, sondern auch über ganz „normale“ Menschen. Und das mal böse, aber auch liebevoll und zärtlich.
Ihr kommt ihre unscheinbare Gestalt zu gute. Sie sagt, sie sei so klein, dass sie nicht beachtet wird. Aber Achtung. Sie schaut genau hin und hat eine spitze Feder.

Joan Didion: „Das weiße Album
Aus dem Amerikanischen an Antje Rávik Strubel
Ullstein Verlag € 22,99

„Wir erzählen Geschichten, um zu leben“. Dies ist der erste Satz dieser Sammlung.

Dieser weitere Band mit Essays zeigt nochmals den American Dream, der eigentlich nicht so ist, wie wir ihn gerne hätten. Und doch hat dieser Traum nichts von seiner Faszination eingebüßt.
Sie schreibt über Charles Manson, die Black Panther und Shopping Malls.  
Aber auch über Doris Lessing, Georgia O’Keeffe, die Frauenbewegung, Hollywood und über „Im Bett“.  
Unglaublich wie aktuell diese Texte immer noch sind und wie sich durch die Regierung Trump die Lage nicht gebessert hat.

Joan Didion, geboren 1934 in Sacramento, Kalifornien, arbeitete als Journalistin für verschiedene amerikanische Zeitungen und war u. a. Mitherausgeberin der Vogue. Sie gilt als eine der wichtigsten Stimmen der amerikanischen Literatur, die mit ihren fünf Romanen und zahlreichen Essaybänden das intellektuelle Leben der USA im 20. Jahrhundert entscheidend prägte. Joan Didion verstarb im Dezember 2021.
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Gestern auf tagesschau.de

EU-Klimawandeldienst
Wärmster jemals gemessener Sommer

Der alte Rekord hielt nur ein Jahr – der Sommer 2022 ist laut dem EU-Klimawandeldienst der wärmste jemals in Europa gemessene gewesen. In weiten Teilen des Kontinents war er zudem auch außergewöhnlich trocken.

Den kompletten Artikel finden Sie hier.
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Ulm, Münsterplatz, 17 Uhr

Donnerstag, 18.August

Heute haben
Elsa Morante * 1912
Alain Robbe-Grillet * 1922
Barbara Bronnen * 1938
Ulrich Woelk * 1960
Carolin Emcke * 1967
Geburtstag
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„Vielfalt und Differenz per se als eine Bedrohung zu begreifen, halte ich für eine erstaunlich schwächliche Selbstwahrnehmung.“
Carolin Emcke
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Unser Buchtipp:


Antje Rávik Strubel: „Es hört nie auf, dass man etwas sagen muss
Essays der Preisträgerin des Deutschen Buchpreises
S.Fischer Verlag € 24,00

Carolin Emcke hat heute Geburtstag und Antje Rávik Strubel, eine weitere kritische, kluge Stimme in Deutschland, hat einen Band mit Essays veröffentlicht. Dabei schaut sie uns und unserem Land genau auf die Finger, verknüpft die Gegenwart mit der Vergangenheit, beschäftigt sich u.a. mit Virginia Woolf, wie auch mit dem gendern in der Sprache und dem Verlust des „ß“.
Sprache ist für sie, als Schriftstellerin und Übersetzerin, sehr wichtig und sie sieht auch im Umgang mit ihr, wie sich unsere Gesellschaft verändert. Aber wir finden nicht nur Kritik an der Gegenwart, sondern auch einen Sprung in die Zukuft, in eine Utopie, die möglich sein kann, wobei ihr das Thema „Feminismus“ sehr am Herzen liegt.
Ein höchst interssante, differenzierte, kluge Mischung aus Reden und Essays.

Leseprobe

Dienstag, 19.Oktober

Alma bastelt

Heute haben
Choderlos de Laclos * 1741
Miguel Angel Asturias * 1899 (Nobelpreis 1967)
Hilde Spiel * 1911
John Le Carré * 1931
Geburtstag
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„Der Wiener ist ein Träumer.
Hilde Spiel
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Ein Rätselspaß für die ganze Familie:


Norbert Pautner: „Landkarten
Rätselbuch für Kinder ab 10 Jahren
Topp Verlag € 10,00

Straßennamen erraten und auf der Karte finden, ein Tier auf der Karte entdecken, Fehler auf Karten finden, Malen nach Zahlen und dann die Motive auf der Karte finden, Kreuzworträtseln, Bildrätseln, Puzzle-Teile auf der Karte finden und mit einem Riesen-Rätsel-Karte zum Ausklappen.
Norbert Pautner hat mit diesem Buch/Heft seine Landkartenrätsel für Kinder erweitert, aber gleichzeitig ein Spaß für die ganze Familie geschaffen. Dabei beutzt er aktuelle Stadtpläne, die U-Bahn-Karte von München, alte, historische Landkarten, Städtesilhouetten und die verschiedensten Ansichten auf berühmte Stadtteile, wie z.B. Manhattan.

Schauen Sie sich die Leseprobe an.
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Der Deutsche Buchpreis 2021 ist vergeben:


Die blaue Frau“ von Antje Rávik Strubel wurde mit dem Deutschen Buchpreis 2021 ausgezeichnet.

Damit hat die Jury sich doch noch ein Herz gefasst und ein Buch ausgewählt, das politisch haargenau in unsere Zeit passt. Antje Rávik Strubel benutzt dafür eine sehr präzise, genaue Sprache, die die Gefühlslage der jungen Frau herausstellt. Sie, die in ihrer Heimat missbraucht wurde und vom Osten in den hohen Norden nach Finnland reist, dort unter prekären Bedingungen arbeitet und lebt. Ihr Verhältnis zu einem aufgeschlossenen, intellektuellen Mann ist eines der zentralen Themen in diesem Buch. Frau Strubels Text umfasst Themen wie Ost-West, Gewalt gegen Menschen und speziell gegen Frauen, die Welt von Geflohenen Menschen, die kein Zuhause mehr haben. Gleichzeitig aber auch das Innenleben einer jungen Frau, die mit ihrem Trauma zu kämpfen hat und versucht in diesem Europa wieder Fuß zu fassen und dabei auch feststellt, dass die Denk- und Handlungsweisen von Männern und Frauen sehr unterschiedlich sind. Und immer wieder taucht die blaue Frau auf, als Gegenstück zur realen Welt, in der viele Menschen versuchen ihr Glück zu finden und schwer damit zu kämpfen haben.

Eine gute Wahl der Jury, die damit auf die Autorin aufmerksam macht, die schon viele Romane geschrieben hat, als Übersetzerin arbeitet und sich auch politisch immer wieder zu Wort meldet.

Antje Rávik Strubel: „Die blaue Frau
S.Fischer Verlag € 24,00