Donnerstag, 3.November


Heute haben
Ludwig Derleth * 1870
Hanns Heinz Ewers * 1871
André Malraux * 1901
Dieter Wellershoff * 1925
Amartya Sen * 1933
F.K.Waechter * 1937
Martin Cruz Smith * 1942
Jan Faktor * 1951
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Winfried Hermann Bauer
Ein Segen

Siegen ist ein Segen
Sagst du
Doch zu verlieren
Macht dich
Reicher
Weiser
Leiser
Allein
Deine Ohnmacht
Zeigt dir
Angenommen
In Liebe
Den Gewinn
Ungeteilten
Lebens
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Für jede/n etwas:

Kaffee
Geschichten zum Wachwerden
Zusammengestellt von Margaux de Weck und Elke Ritzlmayr
Diogenes Verlag € 14,00

Tee
Geschichten zum Entspannen
Zusammengestellt von Kari Hertzsch
Diogenes Verlag € 14,00

Für viele von uns ist ein Morgen ohne das koffeinhaltige Heißgetränk unvorstellbar. Ein richtiges Kultgetränk ist Kaffee geworden. Den traditionellen Kaffeehäusern und Kaffeebars dreht sich zwar den Magen um, wenn sie die vielen Menschen mit Pappbechern voller Kaffe mit Milch sehen, aber gleichzeitig kann man ja an jeder Ecke Milchschaumkurse besuchen, damit sich die sauteure Kaffeemaschine daheim auch lohnt.
In diesem Buch begleiten wir u.a. Simone Lappert, Marco Balzano, Donna Leon, Martin Suter, Doris Dörrie, Umberto Eco, Teresa Präauer auf ihren Streifzügen durch die Welt des Kaffetrinkens.
Mit einer exklusiven Geschichte von Shelly Kupferberg.

Ganz im Gegenteil der Tee. Zu Studentenzeiten gab es parfümierte Tees in allen Varianten. Kaffee war irgendwie verpönt. Auch das hat sich gewandelt. Statt den Tee im Becher durch die Straßen zu tragen, genießen wir ihn zu Hause in schönen Tassen und genießen ein paar Minuten der Ruhe. Die Wärme des Getränks wandert in unseren Körper und unsere Seele. Endlich die Füße hochlegen, in eine Decke einwickeln und aus dem Fenster schauen.
Der Ostfriese Jan Brandt entlarvt Tee- und Kaffeetrinker:innen, George Orwell gibt Tipps für den perfekt gebrühten Schwarztee, bei Dorothy Parker endet beim Tee eine Affäre, Doris Dörrie zelebriert mit uns eine japanische Teezeremonie, und Thomas Meyer reist eigens nach China, um einem ganz besonderen Tee auf die Spur zu kommen.
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Klima-Studie
Europa erwärmt sich besonders schnell


Der Temperaturanstieg in Europa fällt deutlich höher aus als im Rest der Welt, warnt eine Studie. Zwischen 1991 und 2021 sei es pro Jahrzehnt um 0,5 Grad Celsius wärmer geworden. Immerhin gebe es Fortschritte bei der CO2-Reduktion.
In Europa sind die Temperaturen in den vergangenen 30 Jahren mehr als doppelt so schnell gestiegen wie im globalen Durchschnitt: Laut dem Klimabericht der Weltwetterorganisation (WMO) der UN und des Copernicus Climate Change Service der EU stiegen die Temperaturen in Europa zwischen 1991 und 2021 im Durchschnitt um 0,5 Grad Celsius pro Jahrzehnt an. Damit weise Europa den höchsten Wert aller Kontinente auf, teilte die WMO mit.
Der Trend dürfte demnach anhalten. Dann würden außergewöhnliche Hitze, Waldbrände und Überschwemmungen die Bevölkerungen, die Wirtschaft und die Ökosysteme weiter schädigen, sagen die Autoren des Berichts voraus.

Hier kommen Sie zum kompletten Bericht auf tagesschau.de

Dienstag, 7.Dezember

Heute haben
Johann Nestroy * 1801
Willa Cather * 1873
Gertrud Leutenegger * 1948
Geburtstag
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„Es gibt sehr wenig böse Menschen und doch geschieht so viel Unheil in der Welt. Der größte Teil dieses Unheils kommt auf Rechnung der vielen, vielen guten Menschen, die weiter nichts als gute Menschen sind.“
Johann Nepomuk Nestroy
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„Bon Appétit“
Eine kulinarische Anthologie, ausgewählt von Marie Hesse und Shelagh Armit.
Diogenes Taschenbuch € 10,00

Zu Tisch bitten T. C. Boyle, Julia Franck, Horst Evers, Max Frisch, Robert Walser, Anton Tschechow, Roald Dahl, Alice Vollenweiser, der Starkoch Antony Bourdain u. v. a.

Mit einer exklusiven Geschichte von Doris Dörrie.
Und deshalb stelle ich das Taschenbuch heute hier vor.
„Verloren und gefunden“ verteilen wir als Jahresgabe an Sie und finden gleichzeitig in „Oryoki“, wie Doris Dörrie während des Lockdowns verloren geht, was das Alleineessen anbelangt. Dabei erinnert sie sich an das gemeinsame Essen in einem japanischen Zen-Kloster und lässt uns an dem jeweils 10-minütigen Ritual teilnehmen.

Leseprobe mit der Erzählung „Der Schweinepalast“ von Sy Montgomery

Freitag

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Heute haben
Arthur Schnitzler * 1862
Michail Bulgakow * 1891
Max Frisch * 1911
Michael Lenz * 1964
Judith Hermann * 1970
Geburtstag

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Unser Buchtipp für diesen Regentag:

reisende

„Gedichte für Reisende“
Herausgegeben von Anton G. Leitner und Gabriele Trinckler
dtv € 8,90

Poesie fürs Handgepäck

Reisezeit ist auch Lesezeit. Das ist gut so, sagt der Buchhändler.
Diese Anthologie schürt die Sehnsucht nach Reisen, bereitet uns einen leichten Start und lässt uns das Zählen der Tage bis zum Urlaub vergessen. Mit Nietzsche wagen wir ein Blick aufs Meer, das wie eingeschlafen daliegt und hilft uns bei der Nachbereitung unserer arbeitsfreien Zeit. Auf dass sie auch der Erholung gedient hat.

„Mein Reisekoffer, frisch entstaubt,
Folgt seiner Sehnsucht in die Weite.“
Jochaim Ringelnatz

Und auf gehts!

Joseph von Eichendorff
Sehnsucht

Es schienen so golden die Sterne,
Am Fenster ich einsam stand
Und hörte aus weiter Ferne
Ein Posthorn im stillen Land.
Das Herz mir im Leib entbrennte,
Da hab ich mir heimlich gedacht:
Ach, wer da mitreisen könnte
In der prächtigen Sommernacht!

Zwei junge Gesellen gingen
Vorüber am Bergeshang,
Ich hörte im Wandern sie singen
Die stille Gegend entlang:
Von schwindelnden Felsenschlüften,
Wo die Wälder rauschen so sacht,
Von Quellen, die von den Klüften
Sich stürzen in die Waldesnacht.

Sie sangen von Marmorbildern,
Von Gärten, die überm Gestein
In dämmernden Lauben verwildern,
Palästen im Mondenschein,
Wo die Mädchen am Fenster lauschen,
Wann der Lauten Klang erwacht
Und die Brunnen verschlafen rauschen
In der prächtigen Sommernacht.

Wilhelm Busch
Wanderlust

Die Zeit, sie orgelt emsig weiter,
Sein Liedchen singt dir jeder Tag,
Vermischt mit Tönen, die nicht heiter,
Wo keiner was von hören mag.

Sie klingen fort. Und mit den Jahren
Wird draus ein voller Singverein.
Es ist, um aus der Haut zu fahren.
Du möchtest gern woanders sein.

Nun gut. Du mußt ja doch verreisen.
So fülle denn den Wanderschlauch.
Vielleicht vernimmst du neue Weisen,
Und Hühneraugen kriegst du auch.

Arno Holz
Auf einer Wanderung

Zwischen Bergen im Sonnenschein
liegt am Fluss das Städtchen.

Hier oben von meinem Meilenstein seh ich über alle Dächer.

Kerzengrade steigt der Rauch.

Durch einen blühenden Holunderbusch
unterscheide ich deutlich,
unter der alten Grünspankuppel,
die Turmuhr.

Ein himmelblaues Zifferblatt mit weißen Zahlen.

Noch drei kleine Striche,
und die gesamte Bürgerschaft
setzt sich pünktlich zu Mittag.

Zwölf!

Es ist heute Sonnabend, es gibt also überall Eierkuchen.

Ich köpfe vergnügt eine Distel
und wandre weiter.

Gustav Falke
Wieder daheim

Auf Schneebergen sahen wir
den letzten Saum der sinkenden Sonne,
andachtdurchschauert.
Auf blauen Seen schaukelten wir,
und es war ein Lächeln auf unseren Gesichtern,
als säßen wir dem Glück im Schoß.
Stolze Paläste erfüllten uns mit Ehrfurcht,
und in ragenden Tempeln
sahen wir hinter Wolken schwelenden Weihrauchs
den Gott lächeln.
Stürmisch trug uns das Meer zu fremden Völkern,
und hesperischer Gärten Fülle
berauschte uns mit süßen Düften;
wir waren trunken von Licht und Schönheit.
Als wir aber die schlichten Wiesen der Heimat,
die frühlingsgeblümten, wieder betraten,
schien uns nichts so schön als sie,
und uns war,
als hätten unsere Herzen so lange geschwiegen
und fänden nun ihre Sprache wieder.

Christian Morgenstern
Das böhmische Dorf

Palmström reist, mit einem Herrn v. Korf,
in ein sogenanntes Böhmisches Dorf.

Unverständlich bleibt ihm alles dort,
von dem ersten bis zum letzten Wort.

Auch v. Korf (der nur des Reimes wegen
ihn begleitet) ist um Rat verlegen.

Doch just dieses macht ihn blaß vor Glück.
Tiefentzückt kehrt unser Freund zurück.

Und er schreibt in seine Wochenchronik:
Wieder ein Erlebnis, voll von Honig!

So sind wir wieder zurück auf unserer lyrischen Reise. Wobei ich nur ein paar rechtefreie Gedichte veröffentlicht habe. Die Gedichte von Ingeborg Bachmann, Michael Augustin, Beat Brechbühl, Wolf Dieter Brinkmann, Ilma Rakuse, Matthias Politycki und vieler anderer aktuellen AutorInnen finden Sie natürlich auch in dieser vorzüglichen Anthologie, die jeden Bahnstreik vergessen lässt..
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Die Fotos entstanden gestern abend, als während des sommerlichen abends Renaud Garcia-Fons mit seiner Band im Ulmer Stadthaus spielte. Wer das Konzert verpasst hat, kann sich hier einen einstündigen Livemitschnitt des gleichen Konzertes in bester Qualität anschauen.
Und wer immer noch nicht genug hat: Wir haben die CDs im Laden.

https://www.youtube.com/watch?v=hqlbnzzt46g