Mittwoch, 15.Juli

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Heute hat Jörg Fauser (* 1944) Geburtstag
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Annette von Droste-Hülshoff
Sommer

Du gute Linde, schüttle dich!
Ein wenig Luft, ein schwacher West!
Wo nicht, dann schließe dein Gezweig
So recht, dass Blatt an Blatt sich presst.

Kein Vogel zirpt, es bellt kein Hund;
Allein die bunte Fliegenbrut
Summt auf und nieder übern Rain
Und lässt sich rösten in der Glut.

Sogar der Bäume dunkles Laub
Erscheint verdickt und atmet Staub.
Ich liege hier wie ausgedorrt
Und scheuche kaum die Mücken fort.

O Säntis, Säntis! läg‘ ich doch
Dort, – grad‘ an deinem Felsenjoch,
Wo sich die kalten, weißen Decken
So frisch und saftig drüben strecken,
Viel tausend blanker Tropfen Spiel;
Glücksel’ger Säntis, dir ist kühl!
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Buchvorstellung am Donnerstag, 16. Juli 2020

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hans gugelot. die architektur des design
Ein Katalogbuch voller Geschichte und Geschichten

Oben auf dem Ulmer Kuhberg, einem Ausläufer der Schwäbischen Alb zur Donauebene hin, siedelte in den 1950er und 1960er Jahren ein ganz besonderes Völkchen: Die Mitglieder der Hochschule für Gestaltung. Sie schufen sich hier ein ganz eigenes Lebensumfeld, in dem sie das Zusammenleben im Sinne der zweiten Moderne probten und beispielhaft ihre Ideale in die Realität umsetzten.
Vielen Ulmern, vor allem den traditionell gesinnten, blieben sie fremd. Doch für alle, die mit der Aufbruchsstimmung und Experimentierlust dieser jungen Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg zu schätzen wussten, bot die HfG in dieser Zeit Vorbilder und Diskussionsstoff.
Der holländische Architekt Hans Gugelot kam 1954 aus der Schweiz an die HfG, wo er bis zu seinem frühen Tod 1965 unterrichtete. Mit seinen Entwürfen im Bereich des Industriedesign trug er wesentlich zum Erfolg der Hochschule für Gestaltung bei.
In diesem Katalogbuch kommen Lebensumstände und Lebensgefühl der gestalterischen Avantgarde dieser Zeit genauso zur Geltung wie das Lebenswerk Hans Gugelots. Beides ist untrennbar miteinander verbunden: Die kühle Gestaltung etwa des „SK 4“, eines Radiogerätes für die Firma Braun, das unter dem Namen „Schneewittchensarg“ Furore machte und auf dem bevorzugt der cool jazz dieser Zeit abgespielt wurde, mit der Lebenslust und Zuversicht dieser Menschen, die sich so bewusst von jeder Tradition abwandten und doch – beispielsweise in Bezug auf die gleichberechtigte Berufsarbeit von Männern und Frauen – noch vieles als selbstverständlich nahmen, was wir heute kritisch sehen. Vieles, was damals angelegt wurde, etwa die häufige Verwendung von Kunststoffen oder die Systematisierung der industriellen Produktion, prägt bis heute unseren Alltag.

Die Journalistin und Kulturwissenschaftlerin Christiane Wachsmann ist Herausgeberin des Katalogbuches und Kuratorin der zugehörigen Ausstellung im HfG-Archiv; Dr. Martin Mäntele ist Leiter des HfG-Archivs.
Im Gespräch werden die beiden die einzelnen Themen des Buches und des Rahmens beleuchten, in dem die Entwürfe von Hans Gugelot entstanden.
Samy Wiltschek von der Buchhandlung Jastram baut einen Büchertisch zum Thema auf.

Der Eintritt ist frei
Ort der Veranstaltung
Gebäude der ehemalige Hochschule für Gestaltung Ulm
Am Hochsträss 8, 89081 Ulm, Großer Hörsaal

Zeit
Donnerstag, den 16. Juli 2020, 19 Uhr
Vorsichtsmaßnahmen im Rahmen der Corona-Prävention
Bitte tragen sie einen Mundschutz und halten Sie den Mindestabstand ein.
Zu dieser Veranstaltung sind bis zu 20 Teilnehmer nach telefonischer Voranmeldung zugelassen.
Bitte melden Sie sich ausschließlich telefonisch an,
zwischen Montag und Freitag (von 9 bis 12 Uhr)
unter der Nummer 0731 161-4307.

Ein Blick ins Buch

Donnerstag, 8.August

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Annette von Droste-Hülshoff
Kinder am Ufer

„O sieh doch! siehst du nicht die Blumenwolke
Da drüben in dem tiefsten Weiherkolke?
O, das ist schön! hätt‘ ich nur einen Stecken,
Schmalzweiße Kelch‘ mit dunkelroten Flecken,
Und jede Glocke ist frisiert so fein,
Wie unser wächsern Engelchen im Schrein.
Was meinst du, schneid‘ ich einen Haselstab
Und wat‘ ein wenig in die Furt hinab?
Pah! Frösch‘ und Hechte können mich nicht schrecken –
Allein, ob nicht vielleicht der Wassermann
Dort in den langen Kräutern hocken kann?

Ich geh‘, ich gehe schon – ich gehe nicht –
Mich dünkt‘, ich sah am Grunde ein Gesicht –
Komm, laß uns lieber heim, die Sonne sticht!“
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Unser heutiger Buchtipp:

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Byung-Chul Han: „Vom Verschwinden der Rituale“
Eine Topologie der Gegenwart
Ullstein Verlag € 20,00

Der Philosoph Han bleibt seinem Thema über alle seine Bücher hinweg treu. Er ist ein großer Kritiker unserer schnellen, kapitalistischen Arbeits- und Konsumwelt. Jetzt widmet er sich den Ritualen. Vielmehr dem Verschwinden von Ritualen. Rituale werden als rückwärtsgewandt betrachtet. Als etwas, das dem Fortschritt entgegensteht. Wir definieren uns über unsere Arbeit, wir produzieren nur noch und produzieren uns selbst in unseren Posts und Interneteinträgen. Diese Lebensart macht uns anfällig für Werbeangebote, von denen wir überhäuft werden. Dazu kommt noch die immer flacher werdende Kommunikation via Handy und TV-Serien. Dem stehen Rituale entgegen. Sie bremsen unseren rasenden Stillstand und bieten einen Raum zur Einkehr und Besinnung. Sie sind in der Zeit das, was im Raum ein Zuhause ist. Sie bieten Geborgenheit und eine Möglichkeit der Erholung. Wenn wir nur noch arbeiten, uns darüber definieren und einem schnellen Konsum nachgehen, bleibt vom wahren Leben nicht mehr viel übrig und Depressionen sind eine weitverbreitete Folge. So wie Han das auch schon in seinem Buch „Die Müdigkeitsgesellschaft“ geschrieben hat.

Freitag

Heute haben
Fabrizia Ramondino * 1936
Wolfgang Hilbig * 1941
Geburtstag
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Annette von Droste-Hülshoff
Sommer

Du gute Linde, schüttle dich!
Ein wenig Luft, ein schwacher West!
Wo nicht, dann schließe dein Gezweig
So recht, dass Blatt an Blatt sich presst.

Kein Vogel zirpt, es bellt kein Hund;
Allein die bunte Fliegenbrut
Summt auf und nieder übern Rain
Und lässt sich rösten in der Glut.

Sogar der Bäume dunkles Laub
Erscheint verdickt und atmet Staub.
Ich liege hier wie ausgedorrt
Und scheuche kaum die Mücken fort.

O Säntis, Säntis! läg‘ ich doch
Dort, – grad‘ an deinem Felsenjoch,
Wo sich die kalten, weißen Decken
So frisch und saftig drüben strecken,
Viel tausend blanker Tropfen Spiel;
Glücksel’ger Säntis, dir ist kühl!

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LouvreTitel

David Prudhomme:Einmal durch den Louvre
Verlag Reprodukt € 20,00

Wie schon „angedroht“, hier eine weitere Neuerscheinung aus dem Verlag Reprodukt. Eine weitere Graphic Novel. Diesmal sind wir nicht in Spanien, sondern in Frankreich, genauer in Paris und noch genauer im Louvre. Bis auf die letzten paar Seiten.
Er läuft durch den Louvre und ist eigentlich mit Jeanne unterwegs. Irgendwie haben sie sich verloren. Alle Versuche mit ihr Kontakt aufzunehmen, misslingen, so dass er große Teile der Ausstellung durchläuft. Zuerst sehr distanziert, betrachtet er die Betrachter. Wir bekommen das durch die feine Art der Zeichnungen von David Prudhomme mit, der zwischen scharz-weiss und farbig wechselt und so auch die Realitäten, die so langsam verschwimmen. (Äh … hatten wir das nicht gestern schon?). Er läuft also durch die verschiedenen Säle, betrachtet die Bilder, aber mehr noch die Personen, die die Bilder betrachten. Wir sehen sie in verschiedensten Körperhaltungen. Viele mit einer Digitalkamera in der Hand, um die Kunstwerke, oder die Partnerin vor den Kunstwerken, oder einfach sich selbst mit der Kunst abzufotografieren. Im Laufe des Buches jedoch merken wir, dass sich Betrachter und Betrachtendes immer mehr ähneln. Eine junge Frau trägt die gleichen Gesichtszüge, wie eine ägyptische Plastik. Ein Torso ohne Kopf dient ständig als Objekt für eine Fotografie mit einem Menschen dahinter. Was schauen eigentlich die vielen, vielen Menschen an? Was wird da denn in Massen fotografiert. Durch die Menschentrauben kommen wir auch nicht in den Genuß. Gottseidank hält jemand seine iPad hoch und drückt ab. Jetzt wird es klar. Es ist die Mona Lisa. Aber was sieht Mona Lisa. Aus ihrer Sicht natürlich jede Menge Menschen. Ein Schulklasse vereint sich beim Abzeichnen des Flosses der Medusa mit dem Bild. Eine Führerin hält den Arm mit dem Wimpelchen so hoch, wie die Freiheits-Marie auf dem weltbekannten Bild. Und so geht es weiter. Immer mehr verschwimmen Bilder mit den Betrachtern, werden zu einem. So lange, bis er unsichtbar wird, bis nur noch der Kopf zu sehen ist und er eventuell dem Standhal-Syndrom anheimfällt. Für ihn also der richtige Zeitpunkt die Hallen zu verlassen und nach Hause zurückzukehren. Trotz des Schocks der Buntheit in der Metro wissen wir oft nicht, ob wir nicht doch noch im Museum sind. Sind die Metrowagenfenster nicht Bilderrahmen, die Mitfahrenden nicht gerade noch auf einem Bild im Louvre gewesen. Dass er sein eigentliches Tagesprojekt total vergessen hat, merkt er auf dem letzten Bild und wir verlassen ihn mit groß aufgerissenen Augen.

Wussten Sie dass der Louvre 403 Räume hat, 243.00 qm Hölzböden (für den 2.500 Liter Wachs benötigt werden)? Dass es 2.410 Fenster und 3.000 Türschlösser gibt, 10.000 Stufen zu 72 Ebenen, 40 Aufzüge, 28 Rolltreppen, 8.000 Brandmelder? Dass monatlich 800 Liter Seife, 1.000 km Toilettenpapier und 3.000 Müllsäcke benötigt werden?
Durchschnittlich besuchen 30.000 Menschen täglich da Museum. Sie legen im Schnitt 2 Kilometer in einer Zeit von 3 Stunden zurück und schauen ca. 10 Sekunden auf ein Bild. In diesem Tempo bräuchte man vier Tage und Nächte für alles.
Brummt Ihnen jetzt auch der Kopf? Mir schon!

David Prudhommes: „Einmal durch den Louvre“ ist Roman, Kunstwerk, Kunstbuch , … in einem und macht riesig Spaß. Achtung: Sie werden auch beim dritten Mal Anschauen, noch nicht alle Feinheiten entdeckt haben. Wie soll das auch gehen, bei der Fülle der Bilder, der Bilder, der Bilder.

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Samstag

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Alles für den Urlaub, für das Wochenende,
für die schönen Stunden abends nach der Arbeit.

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Heute haben
Gustav Freytag * 1816
Issak Babel * 1894
Georg Hensel * 1923
Helga Königsdorf * 1938
Geburtstag
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frauen

Gestern gab es im Lyrikband „Frauen dichten andersfolgendes Gedicht:

Annette von Droste-Hülshoff
An ***

O frage nicht, was mich so tief bewegt,
Seh ich dein junges Blut so freudig wallen,
Warum, an deine klare Stirn gelegt,
Mit schwere Tropfen aus den Wimpern fallen.
Mich träumte einst, ich sei ein albernes Kind,
Sich emsig mühend an des Tisches Borden;
Wie übermächtig die Vokabeln sind,
Die wieder Hieroglyphen mir geworden!
Und als ich dann erwacht, da weint ich heiss,
Dass mir so klar und nüchtern jetzt zu Mute,
Dass ich so schrankenlos und überweis’,
So ohne Furcht vor Schelten und vor Rute.
So, wenn ich schaue in dein Antlitz mild,
Wo tausend frische Lebenskeime walten,
Da ist es mir, als ob Natur mein Bild
Mir aus dem Zauberspiegel vorgehalten;
Und all mein Hoffen, meiner Seele Brand
Und meiner Liebessonne dämernd Scheinen,
Was noch entschwinden wird und was entschwand,
Das muss ich alles dann in dir beweinen.
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9783522437578

Kerstin Schoene: „Ein Haufen Freunde
Thienemann Verlag € 12,95
Bilderbuch ab 4 Jahren

Der kleine Pinguin ist traurig, kuschelt sich an eine kleine Schmusewolke und sitzt traurig auf einem Eisblock mit einer geknickten Blume in der Hand. Sein schwarzes Hütchen und seine kleine Fliege sitzen schief und sehen gar nicht schick aus zu seinem Frack. Alle Tiere im Zoo, die dies sehen fragen ihn: „Was hast du?„.
Er antwortet, dass er doch ein Vogel sei und nicht fliegen könne. Wie sehr er sich auch anstrenge und bemühe; er als Pinguin bleibe immer unten. Dazu sehen wir ihn sich abmühen angeschnallt an zwei Luftballons, oder wedelnd mit zwei Blätter. Er möchte halt doch nur einmal über den Wolken schweben. Ach, er sieht so traurig aus.
Und jetzt geht es ab. Die Giraffe glotzt mich aus dem Bilderbuch an, das Nilpferd auch und der Elefant füllt die ganze rechte Seite und hält ein Schild mit dem Rüssel: „Du da!“ Jetzt bin nämlich ich gefordert. Alle Freunde sollen helfen. Und ich soll auch ein Freund sein. Nun heisst es auf der nächsten Doppelseite das querformatige Bilderbuch umzudrehen. Jetzt habe ich ein richtige langes Bilderbuch auf den Beinen und den Platz brauchen wir auch. Wir sehen den kleinen Pinguin, wie er auf einem kleinen Hügel ganz unten am Bildrand steht und die Wolken sind immer noch so weit weg. Die Tiere stellen ihn auf ein paar Steine. Immer noch nix. Aber jetzt kommen sie alle, die Freunde des Pinguins. Zuerst der Igel. Er stellt sich auf die Steine auf dem Hügel, darauf der Hase, das Schaf, das Zebra, das Nilpferd. Sie merken schon, an der Reihenfolge stimmt etwas nicht. Es geht aber weiter mit Schlange, Kranich, Krokodil, Känguruh, einer Giraffe kopfüber und und und einem Goldfisch im Glas und zu allerletzt der Elefant, der den kleinen Pinguin mit dem Rüssel fast bis zu den Wolken hochhält.Da waren die Wolken nicht mehr zu hoch …und er hat das Gefühl über den Wolken zu schweben. So können wir es auf der letzten Doppelseite sehen, die wir dann wieder im Querformat anschauen.
Na, ein wenig verrückt schon. Aber soviele Tiere auf einem Haufen und gleichzeitig soviele Freude, ist doch toll!

Kerstin Schoene studierte Kommunikationsdesign an der Bergischen Universität Wuppertal. Schwerpunkt ihres Studiums war Illustration bei Professor Wolf Erlbruch.
Seit ihrem erfolgreichen Abschluss arbeitet sie freiberuflich als Illustratorin und Grafikdesignerin. Sie zeichnet für verschiedene Verlage, schreibt und illustriert eigene Kinderbücher.
Sie lebt, unter Beobachtung eines Fellknäuels, in Haan.

Donnerstag

Heute haben
Friedrich Rückert * 1788
Jakob van Hoddis * 1887
Juan Rulfo * 1918
Geburtstag
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Jakob van Hoddis
Morgens

Ein starker Wind sprang empor.
Öffnet des eisernen Himmels blutende Tore.
Schlägt an die Türme.
Hellklingend laut geschmeidig über die eherne Ebene der Stadt.
Die Morgensonne rußig. Auf Dämmen donnern Züge.
Durch Wolken pflügen goldne Engelpflüge.
Starker Wind über der bleichen Stadt.
Dampfer und Kräne erwachen am schmutzig fließenden Strom.
Verdrossen klopfen die Glocken am verwitterten Dom.
Viele Weiber siehst du und Mädchen zur Arbeit gehn.
Im bleichen Licht. Wild von der Nacht. Ihre Röcke wehn.
Glieder zur Liebe geschaffen.
Hin zur Maschine und mürrischem Mühn.
Sieh in das zärtliche Licht.
In der Bäume zärtliches Grün.
Horch! Die Spatzen schrein.
Und draußen auf wilderen Feldern
singen Lerchen.

Das Hoddis Gedicht endet mit einer Lerche und mein tägliches Gedicht hat auch mit einer Lerche zu tun. Die Droste schreibt über eine tote Lerche und/oder über sich. Es ist eines ihrer ganz späten Werke, nach dem es mit ihrer Liebe nicht geklappt hat.
Wenn Sie eine extrem gute Interpretation dazu haben wollen, dann machen Sie es wie ich und kaufen sich die neue Frankfurter Anthologie Nr.36. Für € 24,99 bekommen Sie guten Stoff und sind für ein paar Wochen versorgt, wenn Sie sich täglich ein Gedicht vornehmen.

Annette von Droste-Hülshoff
Die tote Lerche

Ich stand an deines Landes Grenzen,
An deinem grünen Saatenwald,
Und auf des ersten Strahles Glänzen
Ist dein Gesang herabgewallt.
Der Sonne schwirrtest du entgegen,
Wie eine Mücke nach dem Licht;
Dein Lied war wie ein Blütenregen,
Dein Flügelschlag wie ein Gedicht.

Da war es mir, als müsse ringen
Ich selber nach dem jungen Tag,
Als horch‘ ich meinem eignen Singen
Und meinem eignen Flügelschlag;
Die Sonne sprühte glühe Funken,
In Flammen brannte mein Gesicht;
Ich selber taumelte wie trunken,
Wie eine Mücke nach dem Licht.

Da plötzlich sank und sank es nieder,
Gleich toter Kohle in die Saat,
Noch zucken sah ich kleine Glieder
Und bin erschrocken dann genaht;
Dein letztes Lied, es war verklungen;
Du lagst, ein armer kalter Rest,
Am Strahl verflattert und versungen
Bei deinem halbgebauten Nest.

Ich möchte Tränen um dich weinen,
Wie sie das Weh vom Herzen drängt,
Denn auch mein Leben wird verscheinen,
Ich fühl’s, versungen und versengt;
Dann du, mein Leib, ihr armen Reste,
Dann nur ein Grab auf grüner Flur,
Und nah nur, nah bei meinem Neste,
In meiner stillen Heimat nur!
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Pi

Life of Pi“ / „Schiffbruch mit Tiger“ DVD € 12,99

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Anna

Anna Karenina DVD € 17,99

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=tcTUKTD_JlA]

Skyfall

Skyfall

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Bald täglich trudeln neue DVDs ein. Hier eine kleine Auswahl von Filmen, die die Kinosäle gefüllt haben und jetzt schon auf Scheibe zu bekommen sind. In unseren Regalen finden Sie aber auch noch ganz andere Filme, die vielleicht nicht so die Kassenschlager waren, aber dafür mit vielen Preisen überhäuft worden sind.
Schauen Sie vorbei.