Dienstag

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Occupy my book!
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Heute haben
Pierre Loti * 1850
John Dos Passos * 1896
Anatoli Rybakow * 1911
Rudolf Hagelstange * 1912
Yukio Mishima * 1923
Andreas Steinfeld * 1962
Geburtstag.
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Gestern habe ich an einen Kunden einen Gedichtband von Stefan George verkauft. Allein schon das Porträt des Autors ist schon beachtlich. Ich schlage blind den Band auf und stolpere über eine Zeile mit Glück usw. Die hätte ich gerne hier vorgestellt, finde Sie aber nicht mehr. Dafür gibt es von ihm ein Gespenster Spruchgedicht.

Stefan George
Gespenster: An H.

Ihr tagblind auge flattert über gräber und ruinen
Und schätze wühlen sie aus unheilvoller schicht.
Erlöst sie keiner: schwinden sie dahin und fremd blieb ihnen
Das goldne lachen und das goldne licht.
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education

An Education
Regie: Lone Scherfig, GB 2008

Drei Oscar-Nominierungen für die beste Hauptdarstellerin, für das beste adaptierte Drehbuch und für den besten Film im Jahr 2010. Nicht schlecht. Oscars gabs dann doch keine, aber für die Haptdarstellerin Carey Mulligan war es ein großer Karriereschritt. Sie können Sie noch in „The Great Gatsby“ und im aktuellen Film: „Inside Llewyn Davis“ sehen.
Wir sind im London der 60er Jahre und die 16jährige Schülerin Jenny kommt aus der Schule, schön in strenger Schulkleidung und einem Cello unter dem Arm. Es regnet in Strömen und sie stellt sich in einer Bushaltestelle unter. Ein smarter junger Mann mit einem flotten Sportwagen hält an, dreht die Fensterscheibe herunter und meint, dass er sich um das Cello sorge. Er sei Musikliebhaber und so ein Regen doch der Tod des Intruments. Er bietet sich an, das Cello zu im Auto mitzunehmen, sie kann ja nebenher gehen, wenn es ihr zu gefährlich sei, bei einem fremden Mann einzusteigen. So passiert es auch. Zuerst geht sie mit, dann steigt sie ein und wir merken, da knistert es.
Jenny führt ein typisches Leben einer englischen Schülerin, die den Weg nach Oxford sucht. Sie und ihre Familie leben in einer ruhigen Straße, in der sich kaum jemand bewegt. Ihre Eltern kennen nur ein Ziel: Oxford für die Tochter.
In Jennys Leben herrscht die totale Langeweile, Tristesse und der Gedanke, dass sich nichts in ihrem Leben ändert wird. David reisst die aus dieser Lethargie. Er beschwatzt ihr strengen Eltern. Hauptsächlich den Vater, der bei Davids Argumenten jedesmal umkippt und Allem zustimmt, das er zuvor noch heftigst verneint hat. So öftet sich für Jenny eine neue, faszinierende Welt. Klassische Konzerte, Restaurants und Clubs, Jazz und Kunstauktionen werden zur Wirklichkeit. Örtlichkeiten, die ihre Eltern nie betreten haben und auch nie werden. Und würde Jennys Leben so weitergehen, wie bisher, wäre ihr dieser Einblick verwehrt.
Jenny stolpert in diese Affäre, weiss selbst nicht, wie ihr geschieht. Sie wird umringt von ihren Freundinnen, die es kaum glauben können, dass sie mit einem deutlich älteren Mann geht. Gleichzeit bekommt sie großen Ärger mit der Schulleitung. Sie verbringt ein Wochenende in Paris und trägt schon einen Verlobungsring, bis sich die ganze Situation in eine andere Richtung dreht.
Nick Hornby hat das Drehbuch nach einer wahren Begebenheit geschrieben und die dänische Regisseurin Lone Scherfig, die auch schon „Italienisch für Anfänger“ gedreht hat, beschert uns hier eine Entwicklungsgeschichte der anderen Art. In diesen wilden Monaten kommt es zu einer wichtigen Erziehung (An Education) durch das wahre Leben vom gelangweilten Teenager zur jungen Frau. Eine extravagante Erziehung zwar, aber weg vom schulischen Trott, der häuslichen Langeweile und einer vorgegebenen Karriere.
Ein großes Kinovergnügen mit vielen guten, zitierfähigen Dialogen, tollen Bildern und unterschiedlicher Gefühlswelten.

Trailer deutsch
http://www.youtube.com/watch?v=jjzdU4qs0_c

Trailer englisch

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