Montag, 12.Dezember


(Foto: Uwe)
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Der 12.Dezember mit Anke Raum.
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Heute haben
Gustave Flaubert * 1821
Manès Sperber * 1905
Hans Keilson * 1909
Tschingis Aitmatow * 1928
John Osborne * 1929
Susanna Tamaro * 1929
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Theodor Fontane
Alles still

Alles still!  Es tanzt den Reigen 
Mondenstrahl in Wald und Flur, 
Und darüber thront das Schweigen 
Und der Winterhimmel nur. 
     
Alles still! Vergeblich lauschet 
Man der Krähe heisrem Schrei. 
Keiner Fichte Wipfel rauschet, 
Und kein Bächlein summt vorbei. 
     
Alles still! Die Dorfeshütten 
Sind wie Gräber anzusehn, 
Die, von Schnee bedeckt, inmitten 
Eines weiten Friedhofs stehn. 
     
Alles still! Nichts hör ich klopfen 
Als mein Herze durch die Nacht – 
Heiße Tränen niedertropfen 
Auf die kalte Winterpracht.
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Nachdem ich vor ein paar Tagen nochmals auf das Buch „Unsere Erde / vorher und nachher“ hingewiesen habe, erschien vor zwei Tagen das aktuelle Du-Heft.

Du Kulturmagazin 918
Georg Gerster

DU € 15,00

Unglaubliche Luftaufnahmen, die wie Kunstwerke wirken. Vielleicht sind es auch ganz einfach welche. Auf jeden Fall zeigen sie die Schönheit unserer Erde, genauso wie der Bildband „Unsere Erde“.
Also genießen wir diese Fotos und kämpfen dafür, dass wir diese Flecken auf der Erde noch lange erleben können.

Das schreibt der Verlag:
In den 1950er- und 1960er-Jahren leistete der Schweizer Georg Gerster (1928 bis 2019) Pionierarbeit in der Luftbildfotografie. Er entdeckte die Welt von oben neu, er war ein Denker mit Scharfblick, der den Dingen auf den Grund ging. Seine erste Leidenschaft war aber das Schreiben. Gerster war ein hervorragender Autor und lange wissenschaftlicher Redaktor bei der Weltwoche. Erst später kam zu seiner Sprachkunst auch das Fotografieren hinzu. Aus der Not heraus: Zu seinen journalistischen Texten fehlten Fotos, die seinem Anspruch genügten. Er brachte sich das Fotografieren selbst bei und reiste von da an rund um die Welt, um Länder, Menschen, Kulturen und Landschaften zu dokumentieren. Seine Reisen führten ihn oft an Orte, die anderen verborgen blieben. So begleitete er etwa die erste Apollo-Mondlandung der NASA 1969 in Cape Canaveral – journalistisch wie fotografisch. Einige Bilder sind in dieser Du-Ausgabe zu sehen. Georg Gerster liess sich selten von den Umständen abhalten, um seine Fotos machen zu können. Er war durchsetzungsstark und scheute keine Risiken, lehnte sich weit aus Flugzeugen durch die Öffnung der immer entfernten Tür, damit er freie Sicht hatte. So war es auch bei seinem ersten Fotoflug 1963 im Sudan, wo er Tempel, Pyramiden und Festungen des antiken Nubien dokumentierte. Es sollten ungezählte Flüge folgen, immer inspiriert von Gersters Begeisterung für die Schönheit der Welt, die von oben gesehen noch einmal anders und besonders erscheint. Sie zeigt sich in nie gesehenen, aufregenden Mustern, geformt von der Natur oder vom Menschen. Gersters Archiv umfasst über eine Million Flugbildaufnahmen aus über hundert Ländern, fotografiert über sechs Jahrzehnte hinweg. Sein Vermächtnis wird seit 2019 professionell vom Estate Georg Gerster weitergeführt. In dieser Ausgabe der Kulturzeitschrift „Du“ werden einige Arbeiten aus dem Archiv gezeigt, die zu Georg Gersters Lieblingsbildern zählten. Bei manchen erkennt man auch nach dem dritten Blick nicht, was man da eigentlich sieht. Umso erstaunter ist man dann, wenn man es erfährt.

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Der Nikolaus 2022 hatte einen grünen Mantel an. Zum traditionellen Lauf trafen sich die Einsteinläufer*innen dieses Jahr, nach 2 Jahren Coronapause nicht nur an einem ungewohnten Ort, sondern auch ungewohnt früh. Der Nikolaus hatte nämlich 700 Bäumchen in seinem Sack und diese wollten gepflanzt werden.
Treffpunkt für rund 200 Lauf- und Pflanzwillige war das Ersinger Wehr an der Donau.
Dort gibt es jetzt ein „Einstein Marathon Klima Wäldchen„. 
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13. Dezember 2022, 19:00 Uhr
Lesung und Gespräch im Haus der Begegnung:
Im Schatten des Kreml – Unterwegs in Putins Russland

In der Ukraine herrscht seit neun Monaten Krieg. Zehntausende Ukrainerinnen und Ukrainer wurden verletzt oder getötet, fast ein Drittel der Bevölkerung ist auf der Flucht vor Wladimir Putins Truppen. Doch was bewegt diesen autokratischen Herrscher im Kreml, wieso steht ein erheblicher Teil der russischen Bevölkerung hinter seinem brutalen Angriffskrieg?
Seit Wladimir Putin 1999 an die Macht kam, hat Udo Lielischkies als ARD-Korrespondent ihn und die Menschen in Russland hautnah erlebt, bei unzähligen Reisen durch dieses riesige Land. Wie leben sie, wie denken sie, in Moskau und auf dem Land, die an der Macht und die „im Schatten des Kreml“?

Udo Lielischkies, geboren 1953 in Köln, war im Moskau von 2014 bis 2018 ARD-Studioleiter. Seine Filme erhielten drei Nominierungen für den Deutschen Filmpreis, weitere für Festivals in New York, Moskau und Monte Carlo.

Die Veranstaltung im Haus der Begegnung findet statt in Kooperation Reinhold-Maier-Stiftung.
Veranstaltungsort: Haus der Begegnung, Grüner Hof 7, 89073 Ulm, www.hdbulm.de

Der Eintritt ist frei.

Freitag, 15.Januar

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Heute haben
Moliere * 1622
Franz Grillpazer * 1791
Walter Serner *1891
Ossip Mandelstam * 1891
Franz Fühmann * 1922
Leo P.Ard * 1953
Geburtstag
und auch Martin Luther King (* 1919) und Meret Becker (* 1969)

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Theodor Fontane
Alles still!

Alles still! es tanzt den Reigen
Mondenstrahl in Wald und Flur,
Und darüber thront das Schweigen
Und der Winterhimmel nur.

Alles still! vergeblich lauschet
Man der Krähe heisrem Schrei.
Keiner Fichte Wipfel rauschet,
Und kein Bächlein summt vorbei.

Alles still! die Dorfeshütten
Sind wie Gräber anzusehn,
Die, von Schnee bedeckt, inmitten
Eines weiten Friedhofs stehn.

Alles still! nichts hör ich klopfen
Als mein Herze durch die Nacht –
Heiße Tränen niedertropfen
Auf die kalte Winterpracht.

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Im Blumenhaus Springer in Ulm leuchtet es bunt, wie im Frühling.
Da musste ich mir doch gleich ein Sträußle mitnehmen.

Unser heutiger Tipp:

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Julia Lezhneva:Händel
mit Il Giardino Armonico unter der Leitung von Giovanni Antonini
DECCA CD   € 19,99

Inhalt: Salve Regina, Arien aus Resurrezione, Rodrigo, Dixit Dominus, Agrippina, Trionfo, Dafne

Das wurde auch Zeit, dass es endlich wieder eine neue CD von Julia Lezhneva gibt. Die russische Sängerin, die gerade mal 25 Jahre alt ist, hat mit ihrer letzten Aufnahme einen so tollen Erfolg und wir kamen mit Bestellen oft nicht nach. Jetzt hat die Spezialistin für Barockmusik sich dem jungen Händel zugewandt.

„Wir wissen so viel über den englischen Händel, über den deutschen Händel, aber er war noch so jung – 21 bis 25, als er durch Italien gereist ist. Und ich denke, das ist so eine wichtige Zeit im Leben, weil man alles so tief in sich aufnimmt. Alles ist noch so besonders in diesem Alter.“, sagt sie selbst.

In der wiederholten Zusammenarbeit mit Giovanni Antoniniund seinem Ensemble „Il giardino armonico“ konnte sie sich einen weiteren Traum erfüllen und bringt uns beim Zuhören zum Träumen.
Mit fünf Jahren begann sie Klavier zu spielen und kam erst Jahre später zum Gesang, als ihr Lehrer ihr eine Aufnahme mit Barockmusik gab. Mit 14 war sie schon auf dem Konservatorium und wurde durch einen Youtube-Clip von Marc Minkowski entdeckt. Seitdem gibt es für die junge Sopranisten kein Halten mehr.
Ein weiterer Traum wurde für sie wahr, als sich Giovanni Antonini bei ihr meldete und nachfragte, ob sie nicht gemeinsam eine CD aufnehmen wollen.

„Ich traute mich eigentlich fast nicht, davon zu träumen, mit ihnen zu singen! Das war mein größter Traum – und er ist wahr geworden!“

Über diese Zusammenarbeit schreibt sie:
„Note für Note. Takt für Takt. Weil ich, als wir uns das erste Mal begegnet sind, noch nie eine ganze Barockoper gesungen hatte. Natürlich kam ich hin und hatte die Partie gelernt, aber ich hatte keine Idee davon, wie man die Phrase fühlen kann.“

Die Presse überschlägt sich, fast meint man, Händel hätte die Stücke für ihren glockenhellen Klang geschrieben. Glasklar, strahlend, leuchtend möchte ihren Gesang beschreiben. Voll und rund, warm und doch gestochen scharf. Ob ernst, oder verspielt, sie trifft die Stimmung genau. In einer Arie aus Händels Oratorium „La Resurrezione“ tiriliert und gurrt sie mit dem Orchester um die Wette. Eine wahre Freude.

Passt irgendwie genau zwischen die Frühlingsblumen und den heftigen Wintereinbruch.