Montag, 10.Juni


Heute haben
Saul Bellow * 1915
James Salter * 1925
Maurice Sendak * 1928
Peter Kurzeck * 1943
Mensje van Keulen * 1946
Geburtstag
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„Die Zeit, ja die Zeit, wie ging das denn zu mit der Zeit?“
Peter Kurzeck aus: „Keiner stirbt“
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„Einmal muss das Fest ja kommen.“
Ingeborg Bachmann


.. für die jahrzehntelange Treue, die vielen Begegnungen, die persönlichen Gespräche
und die wunderbare Freundlichkeit.
Wir wollen uns am kommenden Samstag, den 15. Juni ab 14 Uhr,
nach über 40 Jahren, verabschieden und laden Euch dazu alle herzlich ein.
Unsere Nachfolger Christine Berenbeck und Sebastian Lehmann sind zum Kennenlernen auch mit dabei.

Bis bald. Wir freuen uns auf Euch.
Claudia und Samy Wiltschek
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So vergeht die Zeit.


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Am Samstag, den 29. Juni schließen wir auch schon um 13 Uhr und machen unsere Abschlussinventur.
Ab Montag, den 1.Juli geht es dann unter der Leitung von Christine Berenbeck und Sebastian Lehmann mit neuem Schwung und Herzblut weiter.
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Samstag, 8.Juni


Heute haben
Marguerite Yourcenar * 1903
Sara Paretsky * 1947
Lutz Seiler * 1963
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Welch ein Glück

Leben
Schmecken
Atmen Riechen
Hören
Dich Berühren
Liebe Geben
Sehen
Welt empfangen
Weinen Wollen
Dürfen Lachen
Leben spüren
Lächeln
Schenken
Dich Umarmen
Mir Vergeben
Können
Lassen
Träumen
Sich verlieren
Wiederfinden
Danken
Leben
Welch ein Glück
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32 Sportarten wird es bei der Olympiade im Sommer in Paris geben.
Ole Könnecke bringt es in seinem Buch auf 70.


Ole Könnecke: „Sport ist herrlich
70 Sportarten gezeichnet und erklärt
Hanser Kinderbuchverlag € 17,00
Bilderbuch ab 3 Jahren

Leichtathletik Europameisterschaft, Olympiade, Fußball Europameister … alles in diesem Jahr.

Originell, witzig stellt uns der Zeichner Ole Könnecke Sportarten vor und bringt sie in wenigen Sätzen auf den Punkt. Humor ist ihm wichtig und so geht es beim Gewinnen und Verlieren auch darum, Spaß zu haben. Er baut Fachbegriffe ein und erinnert daran, dass der Basketballkorb einfach viel zu hoch hängt, aber es gibt auch andere Sportarten für kleine Menschen.
Einfach mal reinblättern und wenn Sie dann keine Lust haben, mit Ihren Kleinen im Wohnzimmer ein paar Sportarten auszuprobieren, dann weiß ich auch nicht. Achtung: Vorher die Blumenvasen in Deckung bringen. Oder zwei davon als Tor benutzen.

Leseprobe
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Wählen gehen und AfD verhindern.

Freitag, 7.Juni


Heute haben
Mascha Kaléko * 1907
Orhan Pamuk * 1952
Louise Erdrich * 1954
Fred Vargas * 1957
Geburtstag
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Mascha Kaléko
Keiner wartet


Alle müssen sie heim. Nur ich muß nicht müssen.
Keiner wartet, daß ich ihm das Essen richte.
Keiner sagt, komm, setz dich her. Wie bist du müde!
Schneidet mir keiner das Brot.

Keiner weiß, wie ich war mit achtzehn, damals.
Keiner stellt mir den ersten Flieder hin,
Holt mich vom Zug mit dem Schirm.

Ist keiner, dem ich beim Lampenlicht lese,
Was der Chinese vom Witwentum sagt:
„Die Gott liebhat, nimmt er zu sich,
Ehe er ihr den Geliebten nimmt.“
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Jetzt als Taschenbuch:


Giulia Caminito. „Das Wasser des Sees ist niemals süß“
Aus dem Italienischen von Barbara Kleiner
Wagenbach Verlag € 16,00

Die italienische Autorin Giulia Caminito hat für mich einen der besten Romane des Jahres 2022 geschrieben. Das Buch hat eine so starke Erzählkraft, genauso wie die Haupterson, die wir nicht so schnell vergessen werden. Überhaupt sind hier Frauen die entscheidenden Personen. In der prekär, im Untergschoss wohnenden, Familie sitzt der Vater im Rollstuhl, der große Bruder ist nicht von ihm und verdrückt sich, so gut es geht und die beiden kleinen Zwillingsbrüder nerven nur. Zwischendrin die kleine Gaia (der Name wird nur einmal erwähnt) und ihre Mutter. Ein sozialer Aufstieg geschieht, als sie aus dem einen Zimmer in eine kleine Wohnung und dann, durch einen Wohnungstausch, aus Rom herauskommen und an den Lago di Bracciano ziehen.
Es ist ein Buch über soziale Schranken, über Standesdunkel, Hierachien und vielen Hoffnungen. Mittendrin das Mädchen, die nicht unbedingt sympatisch, aber voller Lebenswillen, voller Wut ist. Sie benutzt schon mal den Tennisschläger ihrer „Freundin“, um sie hart zu treffen. Sie ist das Mädchen mit dem riesigen Rummelplatz Plüschtier und dem alten Handy. Egal, wie sie sich auch anstrengt und gut in der Schule ist, sie wird immer wieder in ihre Schranken gewiesen. Auch wenn sie den Sprung an die Universität nach Rom schafft, muss sie doch (aus Geldmangel) zuhause wohnen bleiben und wird von ihren Dozenten abwertend behandelt.
Ein Roman, der unglaublich starke Bilder erzeugt, der nicht verkitscht, oder uns aufklären will. Ein Buch, in dem bis in die Nebenfiguren alles stimmig ist. Giulia Caminito ist ein Meisterwerk der Gegenwartsliteratur gelungen und wenn der nicht verfilmt wird, weiß ich auch nicht.

Giulia Caminito, 1988 in Rom geboren, ist in Anguillara Sabazia am Lago di Bracciano aufgewachsen. Sie hat politische Philosophie studiert und drei Romane verfasst, darunter der 2020 bei Wagenbach erschienene »Ein Tag wird kommen«. Ihr dritter Roman »Das Wasser des Sees ist niemals süß« stand 2021 auf der Shortlist des Premio Strega, gewann den alternativen Premio Strega Off und den renommierten Publikumspreis Premio Campiello. Der Roman wird in über zwanzig Sprachen übersetzt. Caminito arbeitet als Herausgeberin und Lektorin, sie lebt in Rom.
Im August erscheint ihr neues Buch „Das große A“.

Donnerstag, 6.Juni


Heute haben
Pierre Corneille * 1606
Alexander Puschkin * 1799
Thomas Mann * 1875
Barbara Pym * 1913
Joyce Carol Oates * 1938
Bernd Schroeder * 1944
Erik Fosens Hansen * 1965
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Wegweisend

Unsere Wege sind wie Arme
Die hinausreichen
In Liebe aus dem
EINEN

Um ins Unendliche zu greifen
Um zu wachsen, zu weinen und zu lachen
Um staunend zu erforschen
Und denkend zu begreifen

Bis wir uns endlich
In Erwachendem Sehnen
In Liebe wieder und Ursprung
VEREINEN…
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Unser Buchtipp:


Volker Mehnert (Text) und Paulina Eichhorn (Illustration):
Der Traum vom Gold

Sportlegenden zwischen Hoffnung, Sieg und Niederlage
Gerstenberg Verlag € 24,00
Graphic Novel ab 10 Jahren

Gemeinsam haben der (Sport)Journalist, Autor und Reiseschriftsteller Volker Mehnert, der u.a. schon Bücher über Magellan und Alexander von Humboldt im Gerstenberg Verlag veröffentlicht hat, und die junge Illustratorin Paulina Eichhorn eine besondere Sportgeschichte herausgebracht. An Hand von einzelnen Persönlichkeiten werden verschiedensten Sportarten vorgestellt, sehr berühmte Wettkämpfe zitiert und kurz und knapp über faszinierende Siege und bittere Niederlagen geschrieben. Auch die Politik spielt eine große Rolle. So erfahren wir von Gretel Bergmann, die 1914 in Laupheim (in der Nähe von Ulm) geboren wurde. Auf Grund ihrer jüdischen Herkunft wurde sie nicht zu den Olympischen Spielen 1936 in Berlin zugelassen. Sie emigrierte in die USA, wurde 1942 amerikanische Staatsbürgerin und gewann noch viele Preise in Hochsprung-Wettkämpfen.
Im Prolog wird von den Olympischen Spielen 1900 in Paris erzählt, bei denen die beiden niederländischen Ruderer für ihr Boot einen leichteren Steuermann brauchten. Sie suchten in den Straßen von Paris und fanden einen 10-jährigen Jungen. Mit ihm gewannen sie die Goldmedaille. Damals war die Staatsangehörigkeit noch nicht so wichtig. Allerdings weiss bis heute niemand, den Namen des jüngsten Goldmedaillengewinner aller Zeiten.
Dies nur als zwei Beispiele. Es kommen natürlich Muhammes Ali, Raymond Poulidor (Der ewige Zweite), Ulrike Meyfarth, Ferenc Puskás, Eddie the Eagle, Dirk Nowitzki, das Pferd Halla und viele andere mehr vor.
Tödlich verlief es für Samia Yusuf Omar, die aus einer bitterarmen Familie in Mogadischu stammt. Sie trainiert für die 200 Meter, qualifiziert sich für die Olympia 2008 in Peking, wird zuhause angefeindet und versucht über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Auf dem Meer fällt sie ins Wasser und ertrinkt.


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https://www.tagesschau.de/wissen/rekordwerte-temperatur-klimawandel-100.html

Neue Daten zum Klimawandel
Erderwärmung liegt immer häufiger über 1,5 Grad

Die globalen Durchschnittstemperaturen erreichen jeden Monat neue Rekordwerte, auch die 1,5-Grad-Schwelle wird immer häufiger durchbrochen. Forscher zeigen sich schockiert – aber nicht überrascht.
Neue Berichte zum Klimawandel warnen vor einer schneller werdenden und immer stärkeren Erderwärmung. So meldet der EU-Klimawandeldienst Copernicus, der Mai sei der zwölfte Monat in Folge gewesen, in dem die globale Durchschnittstemperatur einen Rekordwert für den jeweiligen Monat erreichte. Andere Daten zeigen, dass auch das Tempo der Erwärmung immer mehr zunimmt.
Im Vergleich zur vorindustriellen Referenzperiode – dem Zeitraum von 1850 bis 1900 – war der Mai 2024 laut Copernicus 1,52 Grad wärmer. Die gemittelte globale Temperatur der vergangenen zwölf Monate – von Juni 2023 bis Mai 2024 – erreichte ebenfalls einen Höchstwert: Sie lag 1,63 Grad über dem vorindustriellen Niveau – also auch über der 1,5-Grad-Schwelle. …

Mittwoch, 5.Juni


Heute haben
Federico Garcia Lorca * 1898
Otto F. Walter * 1928
David Hare * 1947
Ermanno Cavazzoni * 1947
Ken Follett * 1949
Thomas Kling * 1957
Geburtstag
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Was für ein schöner Abend.
Vielen Dank alle, die da waren. Dank für die Mitbringsel.
Danke an Marion und Clemens.
Und toll, dass wir noch so lange zusammen beim Plaudern, Essen und Trinken waren.
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Juni
Gedichte
Hrsg.: Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell
Reclam Verlag € 7,00

Seit Jahren stellen wir Ihnen hier die Monatsgedichte aus dem Reclam Verlag vor.
Inhaltlich hat sich nichts geändert in den Heftchen. Und so wissen Sie ja auch, was Sie erwartet.
Jedoch sind die Preise in den letzten Jahren von € 5,00 auf € 7,00 gestiegen, was aber immer noch ein toller Preis für dieses breite Spektrum an Lyrik ist.

Klabund
Die Wirtschafterin

Drei Wochen hinter Pfingsten,
Da traf ich einen Mann,
Der nahm mich ohne den geringsten
Einwand als Wirtschafterin an.

Ich hab‘ ihm die Suppe versalzen
Und auch die Sommerzeit,
Er nannte mich süße Puppe
Und strich mir ums Unterkleid.

Ich hab‘ ihm silberne Löffel gestohlen
Und auch Bargeld nebenbei.
Ich heizte ihm statt mit Kohlen
Mit leeren Versprechungen ein.

Ich habe ihn angesch…
So kurz wie lang, so hoch wie breit.
Er hat mich hinausgeschmissen;
Es war eine wundervolle Zeit …
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Hier noch Gedichte von Winfried Bauer aus der Kategorie Sein, Zeit und Wunden:

Hoffnung

Verloren fühlte ich mich
Im endlosen Auf und Ab des Seins
In dieser grausamen Weite
In die mich meine Ahnen nichtsahnend warfen

In dieser Weite
Die alles eng macht
Die sich um meine Brust legt
Wie ein eiserner Reif

In dieser Weite
Die sich in ein finsteres Verlies verkehrt
Durch dessen blinde Bleiglasfenster
Kein Mond scheinen will

Verloren und verlassen
Wäre da nicht dieses Pochen in mir
Und jenes vielversprechende Leuchten
Das mich immer wieder aufrichtet

Ganz weit draußen

Müde
Hefte ich mein Auge an den Horizont über dem Meer

Aus meinem Rücken
Ragen Gesetzestexte
Wie stählerne Stützpfeiler
Während ich nach wilden Gerüchen giere
Und nach fremder Musik

Und ich frage mich
Trunken von Teer
Der aus den Planken
Tropft
Worauf warten wir bloß

Bis wir die Anker lichten endlich
Als wäre das Paradies irgendwo da draußen


Sonnenuntergang

Mein Schiff
Segelt über die Glut
Am Horizont
Nach innen
Der Alte spielt
Einen langsamen Walzer
Auf dem Schmerzpiano
Ich ahne schon
Die Nacht
Zieht mir das Fell über die Ohren
Dennoch halte ich
Still
Und warte auf ein Wunder
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https://www.tagesschau.de/kommentar/kommentar-gummistiefel-politik-100.html

Auftritte in Hochwassergebieten
Gummistiefel-Politik statt Klimaschutz

Ein Kommentar von Sabine Henkel, ARD Berlin

Wenn das Wasser steigt, sind sie schnell zur Stelle – die Politiker in Gummistiefeln. Diese Auftritte sind erbärmlich – denn sie wären nicht nötig, wenn mehr für den Klima- und Hochwasserschutz getan würde.
Jetzt wird also wieder Gummistiefel-Politik gemacht. Politikerinnen und Politiker laufen in Gummistiefeln durch die Hochwassergebiete. So war es allein in diesem Jahr in Niedersachsen, im Saarland und jetzt in Bayern und Baden-Württemberg. Es gilt: Anteilnahme zu zeigen und Hilfe zu versprechen. Das ist gut und wichtig, aber trotzdem ist das Gummistiefel-Schaulaufen auch ausgesprochen erbärmlich.
Es geht hier nämlich auch um eine politische Paradedisziplin, die nicht nötig wäre, würden Politiker alles daransetzen, Hochwasserkatastrophen zu verhindern.
Doch von wegen: Klimaschutz wird kleingeschrieben, Hochwasserschutz vernachlässigt. CDU und CSU wahlwerben sogar mitten in der Hochwasserkatastrophe für den Verbrennermotor, während Markus Söder durch die Fluten watet. Das kann man sich nicht ausdenken.
Bundeskanzler Olaf Scholz steht im Regenoutfit im Hochwasser, während ein Expertenrat aufzeigt, dass Deutschland seine Klimaziele verfehlen wird. Ein Armutszeugnis für den selbsternannten Klimakanzler. Und genau das zeigt das Erbärmliche: Sie kommen erst, wenn etwas passiert. Wenn den Leuten das Wasser bis zum Hals steht. In Gummistiefeln von einer Katastrophe zur nächsten. Und in der Zwischenzeit passiert zu wenig.
Sollen sie also wegbleiben, die politischen Wassertreter? Sie selber sind sehr sicher der Meinung: Nein. Sie wissen schließlich, dass Gummistiefeleinsätze darüber entscheiden können, ob man Bundeskanzler bleiben darf oder erst gar nicht wird. Nachfragen kann man bei Gerhard Schröder, dem „Role Model“ in dieser Disziplin. Oder bei Armin Laschet, der darüber sicher nicht mehr lachen kann.
Zum Lachen ist das alles sowieso nicht. Und klar: Die Betroffenen freuen sich auch über die Anteilnahme und die Rettungskräfte über Wertschätzung. Das ist natürlich wichtig. Nur nutzen sich diese Gummistiefelauftritte langsam ab. Sie verfehlen ihre Wirkung, wenn offensichtlich ist, dass ein konsequenter Klima- und damit Hochwasserschutz verschlampt wird.

Dienstag, 4.Juni


Heute haben
Karl Valentin * 1882
Yaak Karsunke * 1934
Margit Schriber * 1939
Ralf Thenior * 1945
Val McDermid * 1955
Marie NDjaye *1967
Geburtstag
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„Früher war selbst die Zukunft besser.“
„Heute ist die gute, alte Zeit von morgen.“
Karl Valentin
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Douna Loup: „Verwildern
Aus dem Französischen von Steven Wyss
Limmat Verlag € 26,00

Was für eine Entdeckung. Was für eine besondere Prosa.
Ein Mädchen wächst mit ihrer Mutter in der Wildnis, in der Natur, am Rande eines Sees auf. Wann und wo der Roman spielt, wird nicht thematisiert. Dass es große Städte, moderne Technik gibt, taucht erst in der Mitte des Buches auf. Die beiden, jedenfalls, sind sehr eng mit der Natur verbunden und haben kaum Verbindung zur Zivilisation. Als die Ich-Erzählerin erfährt, dass sie einen älteren Bruder hat, der mit ihrem Vater, kurz nach ihrer Geburt, verschwunden ist, begeben sich Mutter und Tochter auf die Suche nach ihm. Sie lassen sich treiben, haben keinen Plan, schlafen in Wäldern, arbeiten auf Bauernhöfen und Fabriken. Aus dem Mädchen wird eine junge Fraue und die Wege der beiden trennen sich. Es kommt zu einem Zusammentreffen der beiden Geschwister und einem Leben in Gemeinschaft mit einem Partner und auch mit der Trauer des Alleinseins.
Diese Inhaltsangabe klingt nicht besonders prickelnd. Wenn Sie jedoch eine Seite des Textes lesen, meinen Sie fast ein Langgedicht vor sich zu haben. Eine traumartige Prosa, in der viel über die Schönheit der Natur und über die Fragilität unserer Erde auftaucht. Der Lärm der großen Stadt steht im krassen Widerspruch zum Leben im Verbund mit der Natur. Als die junge Frau in einer WG dort unterkommen kann, verändert sich ihre Einstellung. Auf Dauer kann sie so nicht leben und zieht sich wieder zurück ans Wassers, ans Meer, in die Wälder.
Ein Buch, das fast aus der Realität fällt, obwohl genau darüber geschrieben wird. Über den Verlust der Schönheit der Welt und einem Weiterleben in dieser Situation.
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Heute Abend gibt es ein letztes Mal eine „Erste Seite“ mit Clemens Grote und Samy Wiltschek.
„Letzte Seiten“ haben wir das überschreiben und wollen, bei Sekt und Brot, Neuheiten vorstellen und letzte Seiten von Büchern vorlesen, die wir in den vergangenen Jahren sehr gut verkauft haben.
Wer errät die Titel?
Wir beginnen pünktlich um 19 Uhr.
Der Eintritt ist frei.

Wir freuen uns.

Donnerstag, 31.Mai

Heute haben
Ludwig Tieck * 1773
Georg Herwegh * 1817
Walt Whitman * 1819
Saint-John Perse * 1887 (Literaturnobelpreis 1960)
Konstantin Paustowksi * 1892
Leonid Leonow * 1899
Judith Wright * 1915
James Krüss * 1926
Rainer Werner Fassbinder * 1945
Swetlana Alexijewitsch * 1948 (Literaturnobelpreis 2015)
Frank Goosen * 1966
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James Krüss
Kleine Katzen

Kleine Katzen sind so drollig
und so wollig und so mollig,
daß man sie am liebsten küßt.
Aber auch die kleinen Katzen
haben Tatzen, welche kratzen.
Also Vorsicht! Daß ihr’s wißt!

Kleine Katzen wollen tollen
und wie Wolleknäuel rollen.
Das sieht sehr possierlich aus.
Doch die kleinen Katzen wollen
bei dem Tollen und dem Rollen
fangen lernen eine Maus.

Kleine Katzen sind so niedlich
und so friedlich und gemütlich.
Aber schaut sie richtig an:
Jedes Sätzchen auf den Tätzchen
hilft, daß aus dem süßen Kätzchen
mal ein Raubtier werden kann.
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Fee Katrin Kanzler: „Die Schüchternheit der Pflaume
und „Sterben lernen
Ausverkauf je € 15,00

Fee Katrin Kanzler Romane bieten wir hier zu einem Sonderpreis an, da sie nicht mehr lieferbar sind.
Aus beiden Büchern hat sie bei uns im Buchladen schon vorgelesen und wir konnten ihre dichte Sprache bewundern. Der Roman über eine Künstlerin in „Die Schüchternheit der Pflaume“ ist voller Musik und Gedankenspielen, Phantasien, Träumen und Wünschen und war für den aspekte-Literaturpreis nominert,
Eine weitere Biographie findet sich in „Sterben lernen“, in der Henry als Kind Superheld werden wollte, jetzt aber in einer Biolimonadenfirma arbeitet. Sein Leben hat sich anders entwickelt, als er sich erhofft hat. Als er auf die junge Joe trifft, kippen seine Vorstellungen und Hoffnungen in eine andere Richtung.

Zwei starke Bücher, die leider etwas untergegangen sind, wie es immer wieder mit Neuerscheinungen von noch nicht bekannten AutorInnen geschieht.
Jetzt gibt es eine weitere Möglichkeit Fee Katrin Kanzlers Romane zu entdecken.
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Sehr geehrte Damen und Herren,
der Countdown läuft – es sind nicht mal mehr zwei Wochen bis zur Europawahl am 9. Juni! Aus diesem Anlass möchten wir Sie an unseren Workshop „Nutze Deine Stimme – Baden-Württemberg wählt Europa“ erinnern, zu dem wir Sie herzlich einladen:
Dienstag, 4. Juni, 18:00 Uhr, m25, Münsterplatz 25, 89073 Ulm

Nur wenige Tage vor dem Wahltermin erfährt man hier alles Wichtige zur Europawahl und erarbeitet gemeinsam Wünsche und Ideen für die Zukunft Europas. Ihre Ideen stehen im Mittelpunkt – diskutieren Sie mit uns über:  

  • Demokratie in Europa – braucht es das noch oder kann das weg?
  • Wie soll die EU die aktuell wichtigsten Herausforderungen in den nächsten fünf Jahren lösen?
  • Was ist Ihre Vision für Europa 2045?

    Nutzen Sie die Chance, Ihre Gedanken einzubringen und Europas Zukunft mitzugestalten! Die Ergebnisse der Veranstaltung werden in einem Abschlussbericht festgehalten und an die neu gewählten Abgeordneten des Europäischen Parlaments aus Baden-Württemberg übermittelt.
    Zu Beginn der Veranstaltung gibt Nina Poppel, Journalistin und Influencerin mit Schwerpunkt auf politische Themen, im Gespräch mit Moderatorin Dana Hoffmann Einblicke rund um ihre Arbeit und die Europawahl: Warum ist EU-Politik interessant und wichtig? Was muss man für die Europawahl am 9. Juni unbedingt wissen und wie relevant sind diese Wahlen? Welche Rolle spielen Fake News bei der Wahl? Mit ihrem Kanal „Nini Erklärt Politik“ vermittelt Nina Poppel Politik auf Instagram und TikTok einfach, sachlich sowie humorvoll.

Bei „Nutze Deine Stimme – Baden-Württemberg wählt Europa “ handelt es um eine gemeinsame Veranstaltungsreihe des Europe Direct Netzwerks Baden-Württemberg mit dem Staatsministerium Baden-Württemberg.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme! 

Herzliche Grüße
Katharina Lauhöfer
Leitung Europe Direct Zentrum
Donaubüro Ulm/Neu-Ulm
Kronengasse 4/3 | 89073 Ulm
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Der Jastramblog macht eine kleine Pause und meldet sich Mitte nächster Woche wieder.
Bis dahin wünsche ich Ihnen alles Gute.

Mittwoch, 29.Mai

G.K.Chesterton * 1874
Hans Weigel * 1908
André Brink * 1935
Dagmar Chidolue * 1944
Kerstin Hensel * 1961
haben heute Geburtstag
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Hermann Hesse
Ich fragte dich

Ich fragte dich, warum dein Auge gern
In meinem Auge ruht,
So wie ein reiner Himmelsstern
In einer dunklen Flut.

Du sahest lang mich an,
Wie man ein Kind mit Blicken mißt,
Und sagtest freundlich dann:
Ich bin dir gut, weil du so traurig bist.


Hermann Hesse: „Liebesgedichte
Ausgewählt von Volker Michels
Insel Taschenbuch € 10,00

Die Liebesgedichte von Hermann Hesse stehen nicht gerade im Mittelpunkt von Gedichtssammlungen zum Thema Liebe und Erotik. Wenn wir sie jedoch in Ruhe und Muse lesen und gleich ein paar nacheinander, dann können wir uns gut in die Gedankenwelt des großen Literaten und Menschen Hermann Hesse hineinversetzen und seine Gedichte erzeugen ein wohliges Gefühl in der Gegend rund ums Herz.

„Wenn Hesse von Frauen und Eros berichtet, beginnt es zu duften und zu sprühen. Da streiten noch – wie Paul Valéry sagte – Sein und Nichtsein miteinander, und der Rang, den die Geliebte einnimmt, zeichnet zugleich den Liebenden aus. Geschwisterlichkeit waltet zwischen den Geschlechtern: Alle würfeln ums Paradies mit der Aussicht, es für Minuten zurückzugewinnen.“

Rudolf Hagelstange
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Liebeslied

Betty, schöne Kellnerin,
Lach nicht so gemein!
Du sollst meine Königin
Und mein Engel sein.

Ach, du weisst nicht, wie ich litt,
Als mit Worten und mit Gesten
Du mir ferneren Kredit
Weigertest vor allen Gästen!

Wenn du heut nicht reagierst,
Ja dich strenger zeigst und kälter,
Wisse, dass du dann verlierst
Deinen Freund und deine Gelder!


Mai

Jüngling, fühle in der Brust
Minneleid und Minnelust,
Aber glaube nicht zu haben
Mehr Gefühl als andere Knaben!

Leseprobe

Dienstag, 28.Mai


Heute haben
G.K.Chesterton * 1874
Ian Fleming * 1908
Patrick White * 1912
Walker Percy * 1916
Heinz G.Konsalik * 1921
Guntram Vesper * 1941
Frank Schätzing * 1957
Muriel Barbery * 1969
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Erstes Du

Leuchtende Augen
Im Spiegel deiner Liebe
Finde ich zu mir
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Für wenn es mal wieder heiss wird:

Agnes Prus und Yelda Yilmaz: „Hitzefrei
Vegetarische Küche für heiße Tage
Die besten Rezepte zum Abkühlen
DuMont Buchverlag € 28,00

Die beiden Foodbloggerinnen und Foodstylistinnen (so sagt man heute) stellen uns in diesem neuen Kochbuch Rezepete aus Ländern vor, die schon immer im Sommer mit große Hitze zu kämpfen haben. Bei solchen sommerlichen Temperaturen tun wir uns schwer mit schwäbischer Hausküche und langekochten Eintöpfen. Hier stehen knackige Salate, aromatisches Gemüse vom Grill und leichte Küche im Mittelpunkt. Dazu noch Nachtische und kühle Getränke:
Alles ohne viel Zutaten, oft ohne zu kochen, oder auch Rezepte unter der Überschrift „Schnell und einfach“.
Noch ein Kochbuch? Ja, warum nicht.
(Nichtsdestotrotz kochen wir heute im Übernachtungswohnheim im Roten Kreuz Linsen mit Spätzle)

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https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unwetter-versicherer-schaeden-milliarden-2023-100.html

Bilanz der Versicherer
Unwetter richten 2023 Milliardenschäden an

Im vergangenen Jahr sorgten Hagel, Stürme und Starkregen für Versicherungsschäden in Höhe von 5,7 Milliarden Euro – deutlich mehr als im Jahr zuvor. Die meisten Schäden entstanden dabei in Bayern und in Hessen.
Sturm, Hagel und Starkregen haben 2023 zu Schäden in Milliardenhöhe geführt. Auf 5,7 Milliarden Euro beziffert der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die versicherten Schäden im vergangenen Jahr. „Das sind 1,7 Milliarden Euro mehr als im Jahr 2022“, teilte der Hauptgeschäftsführer, Jörg Asmussen, in Berlin mit.
„Grund dafür sind vor allem schwere und teure Hagelschäden an Kraftfahrzeugen.“ Der bisherige registrierte Rekord lag dem Verband zufolge im Jahr 2021 mit 13,9 Milliarden.
In einer ersten Schätzung waren die Versicherer Ende vergangenen Jahres noch von einem niedrigeren Wert ausgegangen. Die Statistik wird seit Anfang der 1970er-Jahre geführt. …

Montag, 27.Mai


Heute haben
Max Brod * 1884
Dashiel Hammett * 1894
Louis-Ferdinand Celine * 1894
John Cheever * 1912
Andrei Bitow * 19367
Said * 1947
Geburtstag
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Said
ruf zurück die vögel

der schnee flüstert
von seiner bindung mit wolken
von dem schmalen steg
der das bedürfnis mit der begierde verbindet
von der schmelzzeit
die zu abgelegenen tieren führt
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Saša Stanišić: „Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne
Luchterhand Verlag € 24,00

Was für ein langer, verwunderlicher Titel. Und eigentlich wollte Saša Stanišić den Satz noch verlängern mit dem Zusatz: „Aber wo ist vorne?“ Das kommt auch so im Buch vor und erzählt der Autor in seinem Gespräch mit Denis Scheck im Video unten.
Um was geht es nun aber in diesem Buch? Ist das ein Roman? Sind das Erzählungen? (Steht nicht auf dem Umschlag) Saša Stanišić schreibt über verschiedene Menschen (auch mehrfach über sich selbst), sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart, genau über die Momente, in den diese Leben an einer Kreuzung stehen und niemand weiss, wie es weitergehen wird oder kann.
Was wäre, wenn wir die Möglichkeit hätten, für zehn Minuten in die Zukunft zuschauen, oder wenn die Zeit einfach mal stehenbleiben würde? Funktioniert der Trick mit den Gießkannen? Wie geht das Leben von Saša weiter, der als Jugendlicher mit seinen Kumpels (alle Imigranten, oder Geflüchtete) dauernd von der Polizei gefilzt werden?
Diese Geschichten sind ineinander verwoben. Die Personen tauchen immer wieder auf, sind Mutter und Sohn, Nachbarn, oder auch eine Erinnerungsfigur aus Helgoland. Wobei der Autor nicht weiss, ob er wirklich schon einmal auf dieser Insel war. Nicht zu vergessen Angela Merkel, die einen Kurzauftritt bekommt.
Meine Inhaltsangabe klingt vielleicht nicht sehr prickelnd. Im Interview mit Denis Scheck sagt Saša Stanišić, dass er ein großer Fan von Wolf Haas ist. Und genau das ist mir beim Lesen aufgefallen. Wer also Wolf Haas kennt und liebt, liegt hier genau richtig. Scheck sagt: „Ein Buch, wie ein Blitz“. Wie er darauf kommt versteht keiner. Es ist jedoch ein extrem vergnüglicher, witziger, versponnener und doch ernster Roman und ein großes Lesevergnügen.

https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/druckfrisch/videos/druckfrisch-mai-sasa-stanisic-video-100.html